Überraschendes Ergebnis

ADAC testet E-Scooter: Der Sieger beeindruckt mit seiner Reichweite – und ist verhältnismäßig günstig

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der ADAC hat E-Scooter getestet. Die Preisunterschiede zwischen den Kandidaten sind groß – wie auch die Unterschiede bei der Qualität.

  • Der ADAC hat neun E-Scooter verschiedener Preisklassen getestet
  • Die teuersten Modelle landeten nur im Mittelfeld
  • Aus diesen Gründen landete der billigste E-Scooter auf dem letzten Platz

München – Es war ein riesiger Hype im vergangenen Jahr: E-Scooter zum Ausleihen. Inzwischen hat sich der durch die Miet-Tretroller aufgewirbelte Staub etwas gelegt. Für viele Menschen ist ein E-Scooter dennoch ein praktisches Fortbewegungsmittel – etwa um zum Zug oder zum Bus zu kommen, oder von dort aus ans Ziel. Nicht jeder will jedoch auf das Angebot von Leih-E-Scootern angewiesen sein, sondern lieber sein eigenes Modell besitzen. Der ADAC hat nun neun Modelle verschiedener Preisklassen auf Herz und Nieren geprüft – mit einem überraschenden Ergebnis.

Das sind die neun Modelle, die der ADAC getestet hat:

ModellPreis
GO! Mate Steap ER2 Plus1849 Euro
SXT Light Plus V eKFV1186 Euro
Segway-Ninebot Max G30 D799 Euro
Velix E-Kick 20 E798 Euro
SO Flow SO 6704 Euro
My Tier ES200G699 Euro
Iconbit IK-1971K399 Euro
Doc Green ESA1919349 Euro
Maginon Street One285 Euro

Nur drei der elektrischen Tretroller erhielten die Testnote „gut“, fünf wurden mit „befriedigend“ bewertet, der Verlierer im Test bekam ein „ausreichend“.

ADAC E-Scooter-Test: auch ein aufbereiteter Roller aus dem Tier-Fuhrpark unter den Kandidaten

Getestet wurde unter anderem auch ein aufbereiteter Scooter, der My Tier ES200G aus der Flotte des Verleihers Tier. Ihm bescheinigten die ADAC-Tester gute Fahreigenschaften. Auf der negativen Seite schlug sich jedoch das hohe Gewicht (schwerstes Modell im Test) nieder sowie die Tatsache, dass man den E-Scooter nicht zusammenklappen kann.

Der Maginon Street One war der billigste E-Scooter im ADAC-Test – und landete auf dem letzten Platz.

Der billigste E-Roller – der Maginon Street One – landete im ADAC-Test auf dem letzten Platz. Laut den Testern führten vor allem die kleinen Räder und das instabile Fahrverhalten zu Punktabzügen. Zudem brach bei dem 285-Euro-E-Scooter in der Dauerhaltbarkeitsprüfung eine Schweißnaht des Alu-Rahmens. Durch die Abwertung erhielt der Maginon Street One die Note 4,5 („ausreichend“).

ADAC E-Scooter-Test: daran haperte es beim teuersten Modell

Überraschend: Die beiden teuersten E-Scooter im ADAC-Test landeten nur im Mittelfeld. Der GO! Mate Steap ER2 Plus für satte 1849 Euro sowie der SXT Light Plus für immerhin noch 1186 Euro bekamen von den Testern nur die Note „befriedigend“. So überzeugte der GO! Mate Steap ER2 Plus zwar auf schlechten Wegen mit dem bestem Fahrkomfort, doch wegen seines „labbrigen Klappmechanismus“ und der „labilen Flex-Konstruktion“ gab es Punktabzüge.

Der ADAC hat neun E-Scooter auf Herz und Nieren geprüft.

Die beste Nachricht: Der Testsieger ist mit 799 Euro zwar nicht billig, aber halbwegs erschwinglich. So waren die ADAC-Tester vor allem von der enormen Reichweite (46,2 Kilometer) und dem starken Antrieb des Segway-Ninebot Max G30D beeindruckt. Auch die Fahreigenschaften und die Verarbeitung des E-Scooters überzeugten die Experten, die ihm die Note 2,2 („gut“) verliehen.

ADAC-Testsieger: der Segway-Ninebot Max G30 D.

Der zweitplatzierte Velix E-Kick 20 E bekam ebenfalls die Testnote „gut“ (2,4). Preislich spielt er in derselben Liga wie der Testsieger Segway-Ninebot Max G30D.

ADAC E-Scooter-Test: Preise gesunken, Qualität der Bremsen auch

Bereits im Vorjahr hatte der ADAC E-Scooter getestet, im Vergleich dazu sei das Preisniveau nun deutlich gefallen. Allerdings habe sich dies negativ im Bezug auf die Sicherheit ausgewirkt. Die Bremswege seien damals deutlich kürzer gewesen. Spare man an der Qualität der Bremsen, so könne das laut ADAC unter Umständen lebensgefährliche Folgen haben. Wie die Experten betonen, sollten bei E-Scootern beide Räder, auf jeden Fall aber das Vorderrad, über eine mechanische Bremsen verfügen.

Hier das Ergebnis des ADAC-E-Scooter-Tests im Überblick:

Platzierung/ModellADAC-Testnote
1. Segway-Ninebot Max G30 D2,2
2. Velix E-Kick 20 E2,4
3. SO Flow SO 62,5
4. GO! Mate Steap ER2 Plus2,6
5. My Tier ES200G2,6
6. SXT Light Plus V eKFV2,8
7. Doc Green ESA19193,0
8. Iconbit IK-1971K3,1
9. Maginon Street One4,5

Rubriklistenbild: © Rasmus Kaesmann Photography/ADAC

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