Vom Saab-Nachfolger NEVS

Pons Carsharing: Was das Besondere an dem schwedisch-chinesischen Konzept ist

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Die Euphorie einer autonomen Autozukunft hat in letzter Zeit einige Dämpfer erhalten. Doch beim Saab-Nachfolger NEVS findet man, dass diese Zukunft näher ist, als manche glauben.

  • Der Saab-Nachfolger NEVS hat ein Carsharing-Konzept namens Pons vorgestellt
  • Die Passagiere werden dabei einem vollautonom fahrenden Fahrzeug transportiert
  • Deshalb sind potenzielle Fahrgäste in der Testphase mit dem Fahrrad wohl schneller am Ziel

Trollhättan – Saab-Nachfolger NEVS hat mit Pons ein neues Carsharing-Konzept vorgestellt, in dessen Zentrum das autonom fahrende E-Auto Sango steht. Zusätzlich zum Fahrzeug hat das schwedisch-chinesische Unternehmen auch eine passende App namens Okulo sowie ein Flottenmanagementsystem namens Koro entwickelt. In Stockholm sollen sich diese Systeme zusammen mit einer Testflotte von zehn Fahrzeugen in der Praxis bewähren.

Pons Carsharing: Der NEVS Sango fährt vollautonom und rein elektrisch

Bei dem Elektrofahrzeug handelt es sich um einen typischen Vertreter der Selbstfahr-Shuttle-Klasse (Experten: Vollkommen autonomes Fahren wird nie in Serie gehen). Die Räder befinden sich in den äußeren Ecken, Vorder- und Hinterwagen sehen nahezu identisch aus. Öffnen sich die gegenläufig angeschlagenen Glasschiebetüren des Sango, können Gäste über einen großzügigen Einstieg ohne störende Säulen den Innenraum entern.

Platz bietet der rund 4,30 Meter lange und über zwei Meter breite Stromer (Chang Li Freeman: So fährt das billigste Elektroauto der Welt) für maximal sechs Fahrgäste. Die flexiblen Sitze lassen sich abhängig vom Einsatzzweck unterschiedlich anordnen. Möglich sind auch vier Einzelsitze in getrennten Abteilen oder eine kommunikative Vis-à-vis-Bestuhlung.

Beim Pons-Carsharing soll der vollautonom fahrende Sango von NEVS zum Einsatz kommen.

Pons Carharing: Schnell ist der NEVS Sango nicht wirklich

Zur Antriebstechnik macht NEVS noch keine Angaben. Im Fahrzeugboden soll sich eine 62 kWh große Batterie befinden, die mehr als 200 Kilometer Reichweite erlaubt. Grundsätzlich ist ein schnelles Laden der Batterie per Gleichstrom möglich, NEVS nennt konkrete Ladezeiten allerdings nur für eine Wechselstromladung mit 11 kW, die etwa fünfeinhalb Stunden dauern soll. Die Reichweite (Reif für ein Elektroauto? Mit diesen fünf Fragen finden Sie es heraus) mag bescheiden anmuten, doch nach Ansicht der Macher ist diese dem Einsatzzweck im urbanen Umfeld angemessen.

Um sich im Stadtverkehr zurechtzufinden, wurde der Sango mit dem AI-Driver-Paket des Start-ups AutoX ausgestattet, das mithilfe einer 360-Grad-Lidar-Sensorik und mehreren Kameras Selbstfahrkünste auf Level 4 ermöglichen soll. Im Versuch wird der Sango zunächst 15 km/h schnell fahren, später soll die Geschwindigkeit auf 50 km/h steigen.

Einen konkreten Termin für den Start des Pilotprojekts in Stockholm nennt NEVS noch nicht, doch laut Vizepräsidentin Anna Haupt, sei die Fahrt mit selbstfahrenden E-Fahrzeugen „weniger weit entfernt als dies die Autoindustrie vielleicht andeutet.“ (Mario Hommen / SP-X).

Rubriklistenbild: © NEVS

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