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Carsharing: Anbieter, Kosten, Definition – alles was man zum Thema wissen muss

  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Die Carsharing-Kosten unterscheiden sich nach Anbieter. Laut Definition ist das Autoteilen eine umweltfreundliche Möglichkeit, auf Privatfahrzeuge zu verzichten. 

  • Carsharing meint, über einen Anbieter gemeinsam mit anderen Nutzern ein Auto flexibel zu teilen
  • In Deutschland gibt es weit über 200 Anbieter für den beliebten und umweltfreundlichen Service
  • Die Carsharing-Kosten hängen vom Anbieter ab, sind aber für Stadtbewohner fast immer niedriger als die Kosten für ein privates Fahrzeug 

München – Carsharing ist seit mehreren Jahren ein stehender Begriff in Deutschland. Das englische Wort meint, ein Auto zu teilen und lässt sich auch als „Gemeinschaftsauto“ übersetzen. Carsharing-Anbieter organisieren beim Carsharing die gemeinsame Nutzung von einem oder mehrerer Automobile. Nutzer müssen einer Rahmenvereinbarung zustimmen und die anfallenden Kosten entrichten. Meist geht all dies per App auf dem Smartphone.

Carsharing ist vor allem in Städten verbreitet. Anders als eine konventionelle Autovermietung erlaubt es das kurzzeitige und sogar minutenweise Anmieten von Fahrzeugen. Die Abrechnung geschieht über Zeit- oder Kilometertarife bzw. manchmal auch als Mischform. Wer sich ein Auto mit Nachbarn, Bekannten oder Familienmitgliedern teilt, betreibt privates Carsharing. Beim öffentlichen Carsharing befinden sich die Fahrzeuge eines Unternehmens per Definition entweder auf festen Parkplätzen oder im öffentlichen Straßenraum. Per App lässt sich das gewünschte Auto reservieren und abholen. Carsharing will den öffentlichen Verkehr nicht ersetzen, sondern soll dazu beitragen, die „letzte Meile“ zu überbrücken.

Ablauf des Carsharings

In Deutschland gibt es über 200 verschiedene Carsharing-Anbieter, die jeweils unterschiedliche Systeme zur Reservierung nutzen. Inzwischen ist die Buchung per Internet weit verbreitet. Die Autos sind mit Bordcomputern ausgerüstet und kommunizieren automatisch mit der Zentrale. Bei den nicht stationsgebundenen Varianten ist es möglich, das Auto am aktuellen Standort abzuholen.

Carsharer müssen zunächst die entsprechende App herunterladen, den AGB zustimmen und eine Zahlungsmethode einrichten. Dann können sie das gewünschte Auto reservieren und am angezeigten Ort per GPS-Ortung abholen. Die Öffnung erfolgt normalerweise mithilfe des Smartphones, zum Beispiel über einen QR-Code oder eine elektrische Entsicherung. Nach der Fahrt muss der Carsharer das Fahrzeug rechtzeitig, sauber und am richtigen Ort abgeben. Anderenfalls kommt es zu Strafzahlungen.

Tanken beim Carsharing

Normalerweise sind die Nutzer des Carsharings nicht für das Tanken verantwortlich. Sprit sowie Tankservice sind im Preis der Nutzung inbegriffen. Jedoch kommt es stets auf den individuellen Anbieter an. Die sogenannten Free-Floating-Carshares wie car2go oder DriveNow, die ohne feste Stationen arbeiten, beschäftigen Service-Mitarbeiter, die das Tanken übernehmen. Manchmal werden auch die Nutzer zum Tanken aufgefordert, wofür es eine Tankkarte gibt. Somit müssen die Carsharer nicht selbst zahlen; außerdem erhalten sie Freiminuten als Dankeschön. Inzwischen ist es sogar möglich, vor der Buchung Informationen über den Tankstand eines Fahrzeugs zu erhalten, was vor allem für Langstrecken relevant ist. Dies gilt auch für die inzwischen verbreiteten E-Autos.

Versicherung beim Carsharing

Normalerweise ist bei den großen Carsharing-Unternehmen bereits eine Haftpflicht-, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung im Preis enthalten. Jedoch gibt es zusätzlich einen Selbstbehalt. Nutzer sollten sich daher informieren, ob ihre eigene Haftpflichtversicherung oder Kfz-Versicherung die Kosten im Schadensfall übernimmt.

Zusätzlich ist es beim Carsharing oft möglich, eine weitere Versicherung hinzu zu buchen. Eine Vollkaskoversicherung kommt zum Beispiel in Fällen wie Brand, Diebstahl, Explosion oder Naturgewalten für Schäden auf. Die Haftpflichtversicherung übernimmt Zahlungen an eine dritte Person im Schadensfall.

Wichtig: Nutzer sollten stets einen genauen Blick in die allgemeinen Geschäftsbedingungen werfen, um sich über die Selbstbeteiligung und die Versicherungsbedingungen zu informieren. Häufig ist es möglich, gegen einen Aufpreis die Selbstbeteiligung zu reduzieren.

Vorteile des Carsharing

Das Carsharing bietet vor allem in Städten viele Vorteile. Anders als die Mitfahrgelegenheit oder die private Fahrgemeinschaft ist es professionell organisiert und bietet Vorteile wie eine Versicherung und einen Tank-Service. Die Anbieter bieten eine unkomplizierte Nutzung an. Extras wie Kindersitze sind häufig buchbar.

Wer sich für Carsharing entscheidet, braucht in der Großstadt meist kein eigenes Auto mehr. Damit entfallen Kosten wie die Wartung, die Kfz-Versicherung und das Parken. Zudem werden Carsharing-Autos fast ständig genutzt und sind daher deutlich effizienter und umweltfreundlicher als private Wagen, die oft über 20 Stunden am Tag unbenutzt stehen.

Carsharing-Vorteile in der Übersicht:

  • Keine Anschaffungskosten
  • Effiziente Nutzung
  • Umweltfreundlich
  • Kein eigener Stellplatz nötig
  • Umlegung der Fixkosten auf alle Nutzer
  • Nutzer müssen sich nicht um Wartung kümmern
  • Flexible Fahrzeug-Wahl
  • Neue Autos

Nachteile des Carsharing

Auf der anderen Seite sollten Carsharer sich auch über die Nachteile des Services im Klaren sein. Für spontane Fahrten ist das Carsharing nicht immer geeignet, da nur in Stadtzentren ausreichend Fahrzeuge in der Nähe vorhanden sind. Langstrecken sind beim Carsharing nicht optimal und auf dem Land oder in Randbezirken ist der Service oft gar nicht verfügbar. Nutzer müssen daher recht flexibel sein und können sich nicht uneingeschränkt auf den Dienst verlassen.

Carsharing-Nachteile in der Übersicht:

  • Nutzer müssen flexibel sein
  • Für Berufspendler weniger geeignet
  • Keine oder geringe Verfügbarkeit auf dem Land

Anbieter für Carsharing in Deutschland

In Deutschland ist Carpooling bereits weit verbreitet. Weit über 800 Städte und Gemeinden bieten den Service an. Derzeit (Stand März 2020) gibt es über 225 Carsharing Anbieter und etwa 2,3 Millionen Deutsche sind bei einem oder mehreren davon registriert. In Berlin allein gibt es mehr als zehn verschiedene Anbieter.

Die Wahl des richtigen Anbieters hängt von der eigenen Stadt oder Gemeinde, aber auch von der Verfügbarkeit ab. Vor der Anmeldung sollten Nutzer einen Vergleich der verschiedenen Anbieter machen und prüfen, welcher Service die gewünschten Strecken abdeckt und dass der Preis stimmt. Am sichersten ist es, sich auf einen der großen Anbieter wie etwa SHARE NOW zu verlassen, denn so gibt es zahlreiche Stationen und schnelle Hilfe im Notfall. Außerdem haben die großen Carsharing-Anbieter in Deutschland die beste Abdeckung und die besten Apps.

Die folgenden fünf Anbieter sind in Deutschland besonders beliebt, was sich in der größten Anzahl an Kunden zeigt:

  • SHARE NOW (die Fusion aus car2go und DriveNow)
  • Flinkster
  •  MILES
  • Cambio
  • Stadtmobil

Carsharing-Kosten in der Übersicht

Einer der größten Vorteile am Carsharing besteht darin, dass Nutzer sich die Kosten für ein privates Fahrzeug sparen. Jedoch sollten die Carsharing-Kosten nicht unterschätzt werden. Diese hängen vom Anbieter, vom Tarif und von der Strecke ab. Laut Stiftung Warentest liegen die Kosten für Carsharing bei etwa 138 Euro im Monat, wenn man pro Jahr 5.000 Kilometer fährt. Die gleiche Rechnung veranschlagt Kosten von 206 Euro pro Monat für die gleiche Strecke mit dem eigenen Auto.

Da Fixkosten wie die ADAC-Mitgliedschaft, Parkplatz- oder Garagenmiete, Versicherungsprämien und die Kraftfahrzeugsteuer entfallen, ist Carsharing insbesondere für Stadtbewohner oft eine gute Wahl. Es lohnt sich, vor der Anmeldung eine Proberechnung durchzuführen. Wer angemeldet ist, aber den Service nicht oder nur selten nutzt, muss meist nur eine geringe Anmeldegebühr oder einen monatlichen Beitrag an den Carsharing-Anbieter entrichten.

Je nach Kostenmodell berechnen Carsharing-Unternehmen die genutzte Zeit, die gefahrenen Kilometer sowie den verbrauchten Sprit. Oft wird die Parkzeit nicht oder mit einem geringeren Preis berechnet. Anbieter wie Share Now, Sixt Share, Flinkster, Miles, Cambio, WeShare, Getaround, Snappcar, Turo, Getaway und Carpooling haben dabei jeweils ihre eigenen Rechenmodelle. Die Kombination aus Zeittarif und Kilometertarif zur Berechnung der Carsharing-Kosten ist verbreitet.

Von Laura Puttkamer

Rubriklistenbild: © picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Bildfunk

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