Flatrate als Zukunftsmodell

Volvo: Modelle, Eigentümer, Produktionsstandorte – der schwedische Autobauer mit Sitz in Göteborg

  • Sebastian Oppenheimer
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Volvo baut seine Fahrzeuge an Produktionsstandorten in Schweden, China und den USA. Eine neuartige Verkaufsidee des Herstellers ist das Auto-Abo mit Flatrate.

  • Der schwedische Automobilbauer Volvo produziert seine Fahrzeuge auf drei verschiedenen Kontinenten
  • Ein noch relativ neues Geschäftsmodell der Schweden ist die Auto-Flatrate
  • Seit 2010 gehört die Volvo Car Group zum chinesischen Autokonzern Geely

Der schwedische Autobauer Volvo (offiziell Volvo Car Corporation) ist Teil der Volvo Car Group und hat seinen Sitz in Göteborg. Das Unternehmen hat weltweit rund 38.000 Mitarbeiter. Seit 2010 gehört Volvo zum chinesischen Autokonzern Geely. Volvo baut seine Modelle an Produktionsstandorten in Schweden, Belgien, China und den USA. Mit drei Fabriken allein in China agiert der schwedische Autobauer mit seiner Muttergesellschaft Geely auf einem der größten Automärkte der Welt.

Schlagzeilen machte der schwedische Autobauer zuletzt vor allem mit der Ankündigung, dass man ab dem Jahr 2020 alle Neuwagen mit einem Tempolimit versehen werde: die Höchstgeschwindigkeit von Volvo-Fahrzeugen wird dann auf maximal 180 km/h gedrosselt. Diese Entscheidung der Schweden wurde heiß diskutiert. Laut Volvo soll durch das Tempolimit die Sicherheit für die Fahrzeuginsassen erhöht und der Schadstoffausstoß gesenkt werden.

Neben den SUV-Modellen Volvo XC40, Volvo XC60 und dem Volvo XC90 bauen die Schweden zwei Varianten der Limousine Volvo S60 und Volvo S90 sowie die beiden Kombis Volvo V60 und Volvo V90. Aktuell ist der Volvo XC40 nach eingestellten Modellen der 40er-Reihe wie dem Kompaktklassefahrzeug Volvo V40 der erste neu auf den Markt gebrachte „kleine“ Volvo. Weitere Neuerscheinungen der 40er-Reihe sollen folgen. Im amerikanischen Werk in Charleston laufen der Volvo S60 sowie ab 2021 die neue Generation des Volvo XC90 von den Bändern. Die zunehmende Bedeutung des chinesischen Marktes lässt sich durch den Eigentümer-Wechsel der Pkw-Sparte der Volvo Group auslesen. Sie gehört dem Automobilhersteller Geely aus China, der sie 2010 von Ford erworben hatte.

Der schwedische Autobauer Volvo gehört zum chinesischen Geely-Konzern.

Seit 2018 setzt Volvo beim Vertrieb seiner Neuwagen verstärkt auf ein sogenanntes Flatrate-Abo. Statt das Auto zu kaufen, bezahlt der Kunde dabei jeden Monat einen festen Betrag – Versicherung, Wartung und viele weitere Kosten sind damit bereits abgedeckt. Nur noch der Sprit muss extra bezahlt werden.

Volvo: Alle drei Baureihen des schwedischen Herstellers werden auch in China produziert

Volvo ist mit Produktionsstandorten auf drei Kontinenten breit aufgestellt. Viele Modelle können in verschiedenen Fabriken für die jeweiligen Hauptmärkte USA und China oder für den Rest der Welt produziert werden.

Mit dem chinesischen Hersteller Geely erhielt Volvo die Chance, in einem der wichtigsten Automobilmärkte erheblich zu wachsen, indem die Schweden auf das Vertriebsnetz der chinesischen Muttergesellschaft zurückgreifen konnten. Zusätzlich profitiert Volvo vom technischen Know-how von Geely. Mit dem mittleren SUV-Modell Volvo XC60 wird eines der meistverkauften Volvo-Modelle im schnell wachsenden chinesischen Automarkt hergestellt. Der Hauptproduktionsstandort für die Limousine Volvo S90 ist ebenfalls im Reich der Mitte vorgesehen. Neue Vertriebsideen wie das Auto im Abo auf Flatrate-Basis können im innovativen chinesischen Markt unmittelbar angewendet werden. Geely als Eigentümer von Volvo profitiert wiederum vom Know-how der schwedischen Autobauer.

Flatrate-Abo: Volvo setzt auf All-Inclusive-Angebot mit monatlicher Rate

Volvo übernahm ein erprobtes Verkaufsprinzip aus dem Abonnement-Handel und konzipierte ein Flatrate-Modell – ähnlich wie bei Handyverträgen – , mit dem ein Fahrzeug abonniert werden kann. In diesem Angebot sind die SUV-Modelle der XC-Reihe, der Volvo XC40, Volvo XC60 oder Volvo XC90 sowie die Limousinen-Reihe S und die Kombi-Reihe V enthalten. Festgelegt wird eine bestimmte Laufzeit und eine monatliche Rate. In diesem Betrag sind alle Kosten für Versicherung, Reparaturen und TÜV bereits enthalten.

Das Flatrate-Modell wird in allen Ländern mit Produktionsstandorten von Volvo aber auch vielen weiteren Ländern angeboten. Für Gebrauchtwagen muss jedoch ein klassischer Kaufvertrag abgeschlossen werden. Um günstige Preise im Vergleich zum klassischen Autokauf oder dem Leasing anbieten zu können, konfiguriert Volvo seine Fahrzeuge vor. Der Kunde kann jedoch die wesentlichen Parameter seines Autos selbst bestimmen, darunter die Motorisierung, die Farbe oder auch die Ausstattungselemente.

Der Volvo XC40 ist das kleinste SUV der Schweden.

Chinesischer Eigentümer und schwedische Seele: Volvo als Geely-Tochter

Für den im weltweiten Vergleich kleinen Automobilhersteller Volvo wurde es im Laufe der Zeit zunehmend schwerer, sich zu behaupten. 2010 verkaufte Ford daher die schwedische Volvo Car Corporation an den chinesischen Hersteller Geely. Das Management der Pkw-Sparte der Volvo Car Group blieb schwedisch. Präsident und Chief Executive Officer (CEO, Vorstandsvorsitzender) des Unternehmens ist Hakan Samuelsson (69). Für das Design ist Robin Page als Senior Vice President of Design in der Verantwortung. Mit diesem Team im Management behielt Volvo auch unter dem neuen Eigentümer seine schwedische Seele.

Die Volvo Car Corporation war ursprünglich eine Sparte der Muttergesellschaft Volvo Group, die unter anderem Omnibusse, Lkw und Baumaschinen produziert. Nach dem Verkauf der Volvo Car Corporation sind beide Gesellschaften nun getrennt, lediglich der Name verweist auf die ehemalige Zusammengehörigkeit. Martin Lundstedt (53) leitet als CEO (Chief Executive Officer, Vorstandsvorsitzender) die Geschicke der Volvo Group.

Trotz des Verkaufs der Pkw-Sparte Volvo Car Group aus der damaligen Volvo Group an den amerikanischen Automobilbauer Ford blieb die Volvo Group ein Global Player auf dem Markt der Busse und Trucks.

Die wichtigsten Modelle der schwedischen Automobilmarke Volvo sind:

  • die Fahrzeuge der SUV-Serie: Volvo XC40, Volvo XC60 und Volvo XC90
  • die Limousinen Volvo S60 und Volvo S90
  • die Kombi-Modelle Volvo V60 und Volvo V90
  • der Volvo XC40 Recharge P8 AWD (elektrisch)
  • der Kombi Volvo V90 sowie der Volvo V90 Cross Country (Facelift)
  • die Hybrid-Versionen für Kombi, Limousine und SUV
  • der Oldtimer Volvo Amazon aus den 50er-Jahren

Die Bezeichnung der Volvo-Modelle: Dafür stehen die Buchstaben und Zahlen

Die Modelle der 60- und 90-Reihen bietet Volvo auch als Hybridversionen an. Der schwedische Autobauer hat außerdem eine rein elektrische Version des kompakten SUV Volvo XC40 in der Version Recharge P8 AWD im Angebot. Das Platzangebot im kleinsten der drei Sports-Utility-Vehicle bleibt dabei großzügig. Auf Basis eines Android-Systems erhielt der Volvo XC40 Recharge ein überarbeitetes Konnektivitäts- und Infotainment-System mit einem 9-Zoll-Touchscreen.

Die Bezeichnung der aktuellen Volvo-Modelle besteht aus ein oder zwei Buchstaben und einer zweistelligen Zahl. Die Buchstaben stehen dabei für die Karosserievariante:

SStufenhecklimousine (Sedan)
VKombilimousine (Versatile)
XCgeländegängiges Modell (Cross Country)
CCabrio/Coupé

Die Zahl steht für die jeweilige Fahrzeugklasse.

Ein besonderer Verkaufsschlager für Volvo war das 1991 angebotene Mittelklassemodell Volvo 850 – das hatte vor allem mit der Anfang 1993 eingeführten Kombivariante zu tun. Mit dem Facelift 1996 änderte der schwedische Autobauer den Namen des Modells in Volvo V70 (Kombi) und Volvo S70 (Limousine). Im Jahr 2000 wurde das Fahrzeug durch den Volvo S60 und den Volvo V70 abgelöst. Zudem wurde die Baureihe um die Offroad-Variante Volvo XC70 erweitert.

Die Modelle Volvo S40 und Volvo V40 sollten den Markt unterhalb des 850/V70 abdecken. Volvo hatte allerdings nicht genügend Ressourcen zur vollständigen Entwicklung einer neuen Baureihe – deshalb entschloss man sich zu einem Joint-Venture mit Mitsubishi. Deshalb teilte sich der S40 beziehungsweise V40 die Plattform mit dem im Herbst 1995 eingeführten Mitsubishi Carisma.

2004 kam der Nachfolger auf den Markt. Während die Limousine weiterhin Volvo S40 hieß, wurde der Kombi fortan als V50 bezeichnet. Diese Baureihe, die 2006 um das neue Volvo-C70-Cabrio erweitert wurde, teilt sich eine Plattform mit dem Ford Focus.

Die Produktion des Volvo C70 Cabrios endete 2013.

Das große SUV Volvo XC90 hat Volvo seit dem Jahr 2002 im Programm – von 2004 bis 2010 bot Volvo den XC90 sogar mit einem V8-Motor an. Entwickelt wurde der erste V8-Motor in der Pkw-Geschichte von Volvo in Kooperation mit Yamaha. Ungewöhnlich für den V8-Motor ist der Winkel von 60° zwischen den Zylinderbänken. Ergänzt wird die SUV-Palette seit Oktober 2008 durch das Kompakt-SUV Volvo XC60, das sich mit dem Volvo V70, Volvo XC70, Volvo S80 und dem Ford Mondeo eine Plattform teilt.

Rubriklistenbild: © Volvo

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