E-Mobilität aus Palo Alto

Tesla: Gründer, Modelle, Angestellte – alles über die Elektroauto-Marke aus den USA

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der Elektroautohersteller Tesla wurde erst 2003 gegründet. Lange wurde das Unternehmen von Elon Musk belächelt – doch mittlerweile hat das Unternehmen die Autobranche gewaltig aufgemischt.

  • Der Elektroauto-Hersteller Tesla wurde 2003 von Elon Musk gegründet
  • Zu den bekanntesten Modellen gehören der Tesla Model 3, der Tesla Model S und der Tesla Model X
  • Mit dem Cybertruck präsentierte Tesla ein gewagtes Designkonzept

Palo Alto – Der Elektroauto-Hersteller Tesla wurde Elon Musk (48) im Jahr 2003 gegründet. Elon Musk wuchs in Südafrika auf, verließ seine Heimat aber, um in Kanada Volkswirtschaft und Physik zu studieren. Nach dem Abschluss zog es ihn ins kalifornische Silicon-Valley, wo 1995 das Internet einen Boom der Elektronik-Branche auslöste. Elon Musk wollte unbedingt Teil der dort wachsenden Internetgesellschaft sein. Doch seine Bewerbung bei einer der größten Firmen scheiterte, woraufhin er gemeinsam mit seinem Bruder Kimbal Musk (47) sein erstes Unternehmen in Palo Alto gründete. Der Ort liegt etwa 50 Kilometer entfernt von San Francisco und ist eine der wichtigsten Städte des Silicon Valley. Nach dem Verkauf des ersten Start-Ups, der ihm Millionen einbrachte, arbeitete Elon Musk mit Paypal in Palo Alto weiter. Auch das heutige Hauptquartier des Autoherstellers Tesla befindet sich in dort, wo aber keine Elektroautos hergestellt werden.

Elon Musk ist nicht allein bei Tesla engagiert. Unter anderem investiert er in Raumfahrt und Telekommunikationstechnologie. Einige seiner Projekte benötigen Standorte abseits vom Hauptquartier Palo Alto. Der Hersteller von Raumtransportern SpaceX und dessen Ableger Starlink, der ein Satellitensystem errichtet, das die Welt mit mobilem Internet versorgen soll, sitzen im rund 600 Kilometer entfernten Hawthorne. Zu den Firmen, die Elon Musk an diesem zweiten kalifornischen Standort unterhält, gehört außerdem „The Boring Company“, die sich eigentlich mit dem Bau von Verkehrstunneln beschäftigt. Bekannt wurde die Firma allerdings mit dem „Flamethrower“, den Elon Musk mit beachtlichem Erfolg via Twitter vertrieb.

Elon Musk: der Tesla-Gründer gilt als genial, kompromisslos und exzentrisch

In Anbetracht der hohen Arbeitsbelastung, die sich aus den verschiedenen Engagements ergibt, stellen sich Beobachter die Frage, wie Elon Musk alles vereint. Er arbeite viel und schlafe wenig, heißt es dazu aus seinem Umfeld. Sicherlich hilft ihm beim Pendeln zwischen Palo Alto, Hawthorne und seinem Haus in Los Angeles auch sein privater Hubschrauber. Der Chef besichtige zudem regelmäßig Tesla-Werke für Elektroautos, wie Mitarbeiter laut Medien berichten.

Tesla-Gründer Elon Musk ist als Visionär und Exzentriker bekannt.

Der Tesla-Chef ist bekannt für kompromisslose Entscheidungen. Nach Auffassung seines Biografen entließ Elon Musk seine langjährige Assistentin, als sie um eine Gehaltserhöhung bat. Er soll ihr geantwortet haben, er werde zwei Wochen lang ihre Aufgaben übernehmen, um zu sehen, welchen Nutzen sie für ihn habe. Danach teilte er ihr mit, dass er sie nicht mehr brauche. Diese Darstellung hat der Autohersteller später bestritten. Seine ehemalige Assistentin hat sich selbst nie dazu geäußert.

Der Produktionsstart des Tesla Model 3 verlief alles andere als glatt.

Die erste Ehefrau von Elon Musk beschreibt ihre Trennung ganz ähnlich. Justine Wilson (47), mit der er fünf Kinder hat, berichtete von einem Ultimatum, das Elon Musk ihr in einer Krise für die Rettung ihrer Ehe stellte – entweder noch am selben Tag oder gar nicht. Sie bat um mehr Bedenkzeit. Er sperrte daraufhin angeblich ihre Kreditkarten und reichte die Scheidung ein, ohne sie darüber zu informieren. Mit seiner nächsten Ehefrau Talulah Riley (34) führte er eine turbulente Beziehung. Innerhalb von achtzehn Monaten waren sie geschieden und zum zweiten Mal verheiratet. Seit 2019 ist er mit der kanadischen Sängerin Claire Boucher (32) liiert.

Elon Musk: immer wieder investiert der Tesla-Gründer sein Vermögen in neue Projekte

Elon Musk gilt als investitionsfreudig. Sein Vermögen investiert er immer wieder in neue Projekte, was mit hohem Risiko behaftet ist. Bei Tesla gab es einige gravierende Probleme, wie zum Beispiel Akkus, die in Flammen aufgingen, und verzögerte Markteinführungen der Elektroautos. Bereits in der Frühphase des Unternehmens kam es im Jahr 2008 zu einem Beinahe-Konkurs. Dennoch sind die Unternehmensanteile von Elon Musk an Tesla und den anderen Gesellschaften auf dem Papier Milliarden wert, auch wenn der Kurs der Tesla-Aktie häufig unter Druck gerät. Die Zahlen des dritten Quartals 2019 sorgten zum Beispiel für eine Enttäuschung an der Börse. Die Produktionszahlen blieben weit hinter den Erwartungen zurück, aber Elon Musk kündigte Besserung an und der Kurs der Aktie erholte sich wieder.

Flügeltürer: der Tesla Model X setzt auf ein ziemliche seltenes Türöffnungs-Konzept.

Die Aktivitäten des Autoherstellers beschränken sich nicht nur auf den Bau von Elektroautos. Elon Musk bemüht sich auch um die Herstellung von Akkus und Motoren, zum Teil sogar für andere Automarken. Tesla fertigt seine Technik in eigenen Werken. Elon Musk benannte die Produktionsstandorte:

  • Tesla Factory
  • Gigafactory 1
  • Gigafactory 2
  • Gigafactory 3
  • Gigafactory 4

Die Tesla Factory war das erste Werk, das der Autohersteller in Betrieb nahm. Er kaufte die ehemalige Fabrik, die vorher General Motors und Toyota gehörte, im Jahr 2010. In der Fabrik im kalifornischen Fremont unterhält Elon Musk für sich selbst ein weiteres Büro. Im Werk ansässig ist auch der Chefdesigner des Autokonzerns, Franz von Holzhausen (51), der seit 2008 für Tesla arbeitet. Unter seiner Leitung entstanden die Designs für die Elektroautos Tesla Model S, Tesla Model X, Tesla Model Y sowie die neuere Variante des Tesla Roadsters. Gefertigt werden in Fremont ausschließlich Fahrzeuge.

So soll der neue Tesla Roadster aussehen.

Tesla: die Gigafactory 1 errichtete Elon Musk gemeinsam mit dem Batteriehersteller Panasonic

Die Gigafactory 1 entwickelt und baut gemeinsam mit Panasonic Batterietechnik. Sie liegt im amerikanischen Bundesstaat Nevada. In Buffalo im US-Staat New York befindet sich Gigafactory 2. Tesla hat sie an Solar City vermietet. Die Firma gehört ebenfalls Elon Musk und beschäftigt sich mit Solartechnik. In der Gigafactory 2 entstehen Photovoltaikmodule. Die Gigafactory 3 ist die erste Produktionsstätte von Tesla außerhalb Amerikas. Im chinesischen Shanghai bauen die Angestellten des Autoherstellers Autos und Batteriezellen.

Die Gigafactory 4 entsteht im deutschen Bundesland Brandenburg. In der Gemeinde Grünheide sollen nach dem Willen von Elon Musk bald 500.000 Elektroautos pro Jahr das Werk verlassen. Im niederländischen Tilburg gibt es außerdem ein reines Montagewerk. Dort kommen Fahrzeugteile aus der Tesla Factory an, die nur noch die Endmontage benötigen, bevor sie auf dem europäischen Markt als fertige Autos ausgeliefert werden. 2020 arbeiten rund 50.000 Angestellte für Tesla. Im Jahr 2008 waren es noch 250.

Hochumstrittenes Design: Der Tesla Cybertruck sieht aus, als stamme er aus einer anderen Welt.

Elon Musk hat mit Tesla Autos geschaffen, die für viele Käufer auch ein Statussymbol sind. Dazu gehört, dass die Elektroautos nicht auf die Funktion reduziert werden. Stattdessen arbeitet die Design-Abteilung daran, eine markante Linienführung zu entwickeln. Das entstehende Design ist oftmals futuristisch, etwa beim sogenannten Tesla Cybertruck. Zudem ist der Hersteller dafür bekannt, die Wagen mit umfangreicher Elektronik auszustatten. Zu den Projekten gehört zum Beispiel ein Autopilot, der perspektivisch autonomes Fahren ermöglichen soll. Tesla will außerdem Nutzfahrzeuge bauen: Einen Pick-Up gibt es bereits als Prototyp. Die Fertigstellung des Lkw mit der Bezeichnung Tesla Semi wurde seit 2017 einige Male verschoben. Die Fachwelt steht einem Sattelzug mit rein elektrischem Antrieb skeptisch gegenüber. Wann der Lkw Serienreife erreicht haben wird, ist noch nicht bekannt (Stand 2020). Die aktuelle Modellpalette:

  • Model S: Limousine der Oberklasse
  • Model 3: Mittelklasse-Limousine
  • Model X: SUV
  • Model Y: SUV mit 7 Sitzen (bestellbar)
  • Cybertruck: Pick-Up (in Planung)
  • Semi: Lkw (in Planung)
  • Roadster: Zweisitzer (in Planung)

Rubriklistenbild: © Tesla

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