Allrad-Tradition

Suzuki: Jimny, Swift, Vitara & Co. - Alle Infos rund um den japanischen Autobauer und seine Modelle

Suzuki Jimny GJ (Zweite Generation)
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Der neue Suzuki Jimny bleibt seinen Wurzeln treu
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Die Marke mit dem großen S am Kühlergrill hat ihren Anfang in der Herstellung von Webstühlen. Heute ist Suzuki ein international tätiger Hersteller von Autos, Motorrädern und Bootsmotoren. 

  • Hauptsitz und Stammwerk des japanischen Konzerns liegen 200 südwestlich von Tokio
  • Aus dem Hause Suzuki stammen legendäre Geländewagen wie der LJ80 II und der SJ
  • Alle aktuellen Modelle von Suzuki sind alle mit Allradantrieb bestellbar 

Hamamatsu (Japan) – Suzuki ist in Deutschland vor allem als Allradmarke bekannt, man nennt sie in einem Zug mit den anderen „Größen der Branche“ wie Land Rover, Jeep oder Subaru. All diese Marken erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit unter den Offroad-Fans hierzulande. Während es bei Land Rover oder Jeep lange dauerte, bis man sich mit kleineren, alltagstauglichen Autos (z.B. dem Discovery Sport oder dem Compass) unters gemeine Volk mischte, beschritt Suzuki diesen Weg mit dem Swift schon in den 80er-Jahren. Suzuki steht für kleine, günstige Autos, die dafür gemacht sind, dort noch zu fahren, wo andere steckenbleiben.

Suzuki: Die Geschichte des Unternehmens

Michio Suzuki (95, †1982) geboren 1887 in der Nähe von Hamamatsu, eröffnet 1909 eine Firma zur Herstellung von Webstühlen. 1920 bringt er das Unternehmen an die Börse. Suzuki will damals in den Autobau einsteigen und daran mitwirken, den Rückstand Japans in der Automobilindustrie gegenüber Europa und den USA aufzuholen. 1936 kauft er einen Austin 7. Mit seinen Ingenieuren zerlegt er das Auto und studiert es. Mit dem angeeigneten Wissen entwickelt Suzuki einen Prototypen, den man 1937 vorstellt. Durch den beginnenden Zweiten Weltkrieg gerät das Projekt vorerst aufs Abstellgleis und Suzuki ist während der Kriegszeit Teil des militärisch-industriellen Komplexes von Japan.

Suzuki nach dem Zweiten Weltkrieg

Viele der Produktionseinrichtungen nehmen im Krieg starken schaden. Suzuki schwenkt daher um und baut nach dem Krieg unter anderem Landmaschinen und Heizlüfter. 1952 jedoch präsentiert das Unternehmen sein erstes motorisiertes Zweirad. Das Geschäft mit dem Motorrad läuft so gut, dass sich die Firma 1954 in „Suzuki Motors co., Ltd“ umbenennt und die Produktion von Webstühlen ganz einstellt. 1955 kommt dann auch das erste Auto von Suzuki auf den Markt – der Suzulight. Das kleine Fahrzeug verfügt über einen vorn quer eingebauten Zweizylindermotor mit 16 PS, ein Drei-Gang-Getriebe und Frontantrieb. Der Suzulight ist ein sogenanntes „Kei-Car“. Diese Fahrzeugklasse darf bestimmte Abmessungen und eine Hubraumhöchstgrenze nicht überschreiten. Autos dieses Typs sind in Japan steuerbegünstigt.

Was für VW der Käfer, ist für Suzuki der Suzulight:

In den kommenden Jahren beginnt Suzuki die internationale Expansion und startet mit der Produktion von Außenbordmotoren. Ab 1969 sind Suzukis Motorräder auch in Deutschland erhältlich, die Autos schließlich ab 1980.

Alleine in Japan arbeiten heute sechs Produktionsstätten. Das Stammwerk befindet sich in Hamamatsu. Weitere Werke von Suzuki finden sich in der Volksrepublik China, Thailand, Indonesien, Indien, Pakistan, Spanien, Ungarn und Ägypten. Suzuki unterhält 35 Hauptproduktionsstätten in 24 Ländern und Regionen. Weltweit werden rund 51.500 Mitarbeiter beschäftigt (Stand Januar 2011).

Suzuki: Allradexperten seit über 50 Jahren

Große Tradition hat Suzuki bei seinem konsequenten Weg als Allradpionier. 1978 brachte Suzuki eine zivile Version des ursprünglich für die australische Armee entwickelten Geländewagen LJ80 auf den Markt. 1979 auf der IAA vorgestellt, erfreute sich der LJ80 II oder einfach „Eljot“ ab 1980 auch in Deutschland großer Beliebtheit. Das lag nicht zuletzt an seinem Lifestyle-Touch. Den LJ80 II gab es hierzulande nämlich nur als Cabrio. Mit umklappbarer Windschutzscheibe. Mehr Coolness geht kaum.

Kommt in Deutschland richtig gut an – die Cabrioversion des LJ80 II

Unter der Motorhaube arbeitete ein Vierzylinder-Ottomotor mit 797 ccm und 39 PS (ab 1981 41 PS). Die Höchstgeschwindigkeit lag damit bei überschaubaren 107 km/h. Der LJ 80 darf sich für den internationalen Durchbruch von Suzuki als Automobilhersteller verantwortlich zeichnen.

1982 löst der Suzuki SJ den LJ80 II ab, auch er ein waschechter Geländewagen mit Leiterrahmen und Starrachsen. Bei normaler Fahrt läuft der Vortrieb des SJ über die Hinterachse. Neben dem zuschaltbaren Allradantrieb verfügt er auch über eine Geländereduktion. Der SJ wird von 1981 bis 2004 mit zwei verschiedenen Radständen, festem Verdeck und – wie schon der LJ80 II – als Cabrio gebaut. 

In Japan verkauft Suzuki seine leichten Geländewagen bereits seit 1968 unter dem Namen Jimny. In Deutschland trägt erst der Nachfolger des SJ diesen Namen. Der aktuelle Jimny (2018) ist so erfolgreich in den Markt gestartet, dass Kunden mit langen Wartezeiten rechnen müssen.

Suzuki: Die bekanntesten Modelle

Zwei bekannte und nach wie vor in Deutschland verfügbare Modelle sind der Swift und der Vitara. Ersterer ein Kleinwagen und Letzterer ein Allrad-SUV sind beide Modelle seit den 80er-Jahren in Deutschland erhältlich. Der Swift ist seither über sechs Modellgenerationen gereift.

Kleiner Alltagsheld: Der Swift ist anfangs noch nicht mit Allrad zu haben

Sportlich ging es erstmals bei der GTi-Version der zweiten Baureihe (1989–1996) mit ihren 101 PS starken 1,3-Liter-Modell zu. Seit 2005 nennt sich die schnelle Variante des Kleinwagens schlichtweg „Suzuki Swift Sport“.  

Der Vitara (1998 bis 2015 als Grand Vitara auf dem Mark) hat sich über die Jahre stark verändert. Gestartet als waschechter Geländewagen ist die aktuelle Baureihe „nur“ noch ein SUV. Eine Geländereduktion findet man hier nicht mehr, wohl aber nach wie vor den Allradantrieb. Wer sich noch einen alten Vitara oder Grand Vitara mit echten Geländewagenattributen zulegen möchte finden in Deutschland eine große Auswahl an Gebrauchtwagen.

Nie in Deutschland erhältlich war der ebenso kultige wie kleine Suzuki Cappuccino. Fast wie ein etwas zu groß geratenes Spielzeugauto kommt der Roadster daher. Geschuldet sind die winzigen Maße der in Japan steuerbegünstigten und daher äußerst beliebten „Kei Car“-Klasse.

Suzuki Cappuccino - wie ein zu heiß gewaschener Mazda MX-5

1992 betritt der Cappuccino auf dem heimischen Markt die Bühne und kommt dort sehr gut an. Zwischen 1993 und 1997 wird der Roadster auch in England verkauft. Für Suzuki denkbar einfach, hat man doch hier das Lenkrad wie in Japan auf der rechten Seite. Nach Deutschland kommt er offiziell nie, Suzuki wagt die Serienproduktion eines Linksenkers nicht. 120 importierte Fahrzeuge finden aber doch den Weg ins deutsche Fahrzeugregister.

Suzuki und Volkswagen: Unglückliche Kooperation

2009 einigen sich Suzuki und die Volkswagen AG auf eine Zusammenarbeit. Das Ziel der Kooperation: sparen. Durch gemeinsame Produktion und Einkauf und nicht zuletzt bei der Entwicklung. 2010 steigt Volkswagen bei Suzuki ein und hält fortan 19,9 % an japanischen Unternehmen. Im Gegenzug kauft Suzuki für eine Milliarde US-Dollar ca. 1,9 % der Aktien der Volkswagen AG. Der Vorstandsvorsitzende des japanischen Herstellers, Osamu Suzuki (90), schließt da aber schon eine weitergehende Beteiligung von VW aus, da Suzuki nicht als eine Marke von vielen im VW-Konzern untergehen will. Die Kooperation läuft jedoch nicht rund und Suzuki lässt 2011 verlauten, dass man an der Zusammenarbeit nicht mehr interessiert ist.  Die Japaner verkaufen ihre Anteile an Volkswagen und fordert VW, ihrerseits ihre Anteile an Suzuki abzustoßen. Volkswagen möchte dem aber nicht nachkommen und es kommt zum Rechtsstreit. Ein internationales Schiedsgericht in London erklärt die Zusammenarbeit schließlich 2016 für beendet. Nach Suzuki verkauft nun auch VW seine Anteile am ehemaligen Partner.

Suzuki: Zusammenarbeit mit General Motors

Etwas besser verlief zuvor die enge Zusammenarbeit von Suzuki und General Motors, die 1981 begann. Aus dieser Verbindung stammen Fahrzeuge, die auch das deutsche Straßenbild lange prägten: die Microvans Suzuki Wagon R+ und Opel (in England: Vauxhall) Agila. Immerhin 27 Jahre währte diese Partnerschaft zwischen Suzuki und General Motors. 2008 verkaufte der amerikanische Autoriese seine letzten Anteile an Suzuki.

Suzuki: Die aktuellen Modelle

In Deutschland sind aktuell – den Suzuki Swift Sport mitgezählt – sechs verschiedene Modelle im Angebot.

Suzuki setzte in Deutschland voll auf Allrad. Jedes Modell ist als 4x4 erhältlich. Den Verkauf der nicht mit Allrad erhältlichen Modelle Modelle Baleno und Celerio stellte Suzuki hierzulande 2019 ein. Beide werden aber auf anderen Märkten in Europa weiterhin angeboten. Die aktuellen Modelle können auf suzuki.de im Konfigurator zusammengestellt und bestellt werden. Hier finden sich auch Finanzierungs- sowie Leasingangebote.

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