Allrad aus Prinzip

Subaru: XV, Forester, Impreza & Co. - Allrad und Langlebigkeit aus Japan

Subaru Levorg stehend auf Messe mit Subaru Logo im Hintergrund
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Subaru Levorg
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Das japanische Unternehmen ist der weltweit größte Hersteller von Allradfahrzeugen. In den USA und Australien verkauft Subaru mehr Autos als Volkswagen, doch hierzulande fristet die Marke ein Nischendasein.  

  • Der Konzern in seiner heutigen Form entstand nach dem Zweiten Weltkrieg
  • Subaru ist bekannt für die Kombination von Boxermotor und Allradantrieb
  • Die Fahrzeuge der Marke Subaru gelten als besonders zuverlässig und langlebig

Friedberg – In Deutschland sind die Fahrzeuge der Marke Subaru vor allem bei Jägern, Pferdefreunden und Förstern als beliebt. Den großen Markt konnte der Hersteller hierzulande bisher nicht erschließen. Woran kann das liegen? Schließlich fällt die Marke in Statistiken und Umfragen sehr positiv auf. In den Listen von Fachzeitschriften wie der ADAC Motorwelt tauchen Subaru-Modelle bei den Themen Zuverlässigkeit, Langlebigkeit und Kunden-Zufriedenheit stets weit oben in den Rängen auf. In der ADAC-Pannenstatistik schneiden Subaru-Modelle gut ab und im TÜV-Report sind die Baureihen der Japaner immer wieder in der Kategorie „Mängelzwerge“ zu sehen, gehören demnach zu den Fahrzeugen, die dem TÜV mit besonders wenigen Problemen positiv auffallen.

Während die Marke in den USA ein sehr positives, aktives Lifestyle- und Outdoor-Image kreieren konnte, gilt ein Subaru in Deutschland eher als zweckmäßiges Auto für Leute, die beruflich im Wald unterwegs sind. Vielleicht brauch es hierzulande eine gute Imagekampagne oder ein echtes Volumenmodell, um Subaru in unseren Breitengraden auf die nächste Stufe zu bringen. Dass die Japaner sehr gute und langlebige Fahrzeuge bauen, steht völlig außer Frage.

Subaru: Die Geschichte von „Fuji Heavy Industries“ und Subaru

Aus dem führenden japanischen Flugzeughersteller entwickelt sich nach dem Zweiten Weltkrieg der Technologiekonzern Fuji Heavy Industries und mit ihm entsteht die neue Automobilsparte namens Subaru. Der erste Präsident des Autobauers ist in den 50er-Jahren Kenji Kita, der sich auch für die Namensfindung verantwortlich zeigt. Das Wort Subaru bedeutet übersetzt „sich zusammentun“ oder „vereinen“ und repräsentiert so die insgesamt fünf Firmen, die sich zu „Fuji Heavy Industries“ zusammenschließen. Außerdem ist Subaru in Japan der Name einer Gruppe von Himmelskörpern im Sternbild Taurus. Sechs Sterne sind gut am Nachthimmel erkennbar. Bei uns kennt man die Sternengruppe unter den Namen „Plejaden“. Die fünf Sterne repräsentieren die fünf Gründungsfirmen, der sechste Stern steht für die Automobilsparte Subaru.

Das Logo des Herstellers: Die Plejaden und ein Extra-Stern für die neu gegründete Autosparte von „Fuji Heavy Industries“

Japans erstes Volksauto: Der 360 ist das erste Großserienfahrzeug von Subaru

Der Subaru 360 kommt 1953 auf den Markt und ist gleichzeitig das erste in Großserie produzierte Fahrzeug der Marke. Der kleine 360 fällt mit seiner Länge von unter drei Metern und einer Breite von gerade einmal 1,3 Metern in die Kategorie der steuerbegünstigten „Kei-Cars“. Auch der Motor bewegt sich mit 356 ccm knapp unterhalb der für diese Fahrzeuggruppe geltenden Obergrenze von 360 ccm. Optisch ähnelt der 360 beispielweise dem VW Käfer (sein japanischer Spitzname bedeutet nicht umsonst „Maikäfer“) oder dem Fiat Nuova 500.

Spitzname „Maikäfer“ – der Subaru 360 motorisierte in den 50er Jahren japanische Familien

Zu den technischen Merkmalen des kleinen Subaru 360 mit seinen hinten angeschlagenen Türen zählen die selbsttragende Karosserie, das Dach aus glasfaserverstärktem Kunststoff, Trommelbremsen und ein 3-Gang-Getriebe. Ab Mitte der 1960er Jahre können Kunden auch ein Vierganggetriebe mit als Overdrive ausgelegtem vierten Gang ordern. Das knuddelige Kultauto hilft bei der Motorisierung der japanischen Bevölkerung und bekommt 2016 von der „Japan Society of Mechanical Engineers“ sogar die Auszeichnung als Kulturerbe Japans.

Subaru: Seit 1980 in Deutschland vertreten

Im Jahr 1980 betritt Subaru auch den deutschen Markt. Seinen Standort hat das Unternehmen heute im 30 Kilometer nördlich von Frankfurt gelegenen Friedberg. Damals wie heute werden die Fahrzeuge für den deutschen Markt im Subaru-Werk Gunma in Japan gebaut. Im ersten Jahr in Deutschland verkauft Subaru in Deutschland nur 2622 Fahrzeuge. In den USA hingegen erzielt man gleichzeitig Absatzrekorde. Auch heute noch sind die USA der größte Markt für Subaru. Und nicht nur die Kunden dort sind mit der Marke sehr zufrieden. Bei unabhängigen Marktuntersuchungen sind Subaru-Händler stets ganz weit vorne, was ihre Zufriedenheit und die Identifikation mit der Marke angeht.

In Deutschland sind für viele Kunden vor allem die Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Fahrzeuge für Subaru-Kunden das wichtigste Kaufargument. Über die Käuferschicht hierzulande sagt Volker Dannath, Geschäftsführer von Subaru Deutschland: „Das Durchschnittsalter unserer Kunden ist 55 Jahre. Sie schätzen neben der Haltbarkeit auch die einfache Bedienbarkeit“. Subaru war neben Jeep und Land Rover über Jahre hinweg eine der Marken, die in Deutschland ausschließlich Allradantrieb anbot. Neben dem Subaru SVX, den es von 1991 bis 1997 alternativ auch mit Vorderradantrieb gab, brach mit dieser Tradition 2003 endgültig der rein frontgetriebene Subaru Justy. Der heckgetriebene Sportwagen BRZ ist aktuell wieder das einzige Fahrzeug im Portfolio von Subaru Deutschland, das nicht über das „Symmetrical-AWD“-System verfügt.

Auf Instagram erinnert Subaru an den SVX. Das Herz des Sportwagens war ein 3,3-Liter-Sechzylinder-Boxermotor mit 230 PS. Das reichte für einen Topspeed von 249 km/h.

Subaru-Technik: Der Boxermotor und Symmetrical-AWD

Bei Subaru setzt man schon seit den 60er-Jahren auf den Boxermotor. 2008 führt Subaru auch eine Dieselversion ein. Der 2,0-Liter-Motor mit Common-Rail-Einspritzung ist bis dato der weltweit einzige Boxer-Diesel. Aufgrund des Diesel-Abgasskandals und der rückläufigen Akzeptanz kehrte Subaru aber nun dem Diesel den Rücken und führt aktuell keine Selbstzünder-Modelle mehr im Programm. Stattdessen konzentriert man sich auf die Entwicklung von Elektro- und Hybridmodellen. Das erste rein elektrische Fahrzeug planen die Japaner für 2021.

Subarus Allrad-System „Symmetrical-AWD“ ist integraler Bestandteil des Fahrzeugkonzepts und in fast allen Fahrzeugen der Marke serienmäßig verbaut. Der Name „Symmetrical“ leitet sich von der symmetrischen Anordnung des Antriebsstrangs ab: Kurbelwelle, Getriebe, Kardanwelle und alle Differentiale sind auf der Längsachse des Fahrzeugs angeordnet, was für einen gleichmäßigen Antriebsfluss und eine ausgeglichene Gewichtsverteilung sorgt.

Der meistverkaufte Allradler der Welt: Subaru Legacy

1989 debütiert das Mittelklasse-Modell Subaru Legacy auf der Frankfurter IAA und ist bis heute der meistverkaufte PKW mit permanentem Allradantrieb. Neben dem 2,2-Liter-Boxermotor wartet der Legacy schon damals mit serienmäßigen Scheibenbremsen vorn und hinten samt ABS auf.

Subaru Legacy Superstation (1991) mit 2.2-Liter-Boxermotor und 136 PS. Damals für rund 36.000 Mark zu haben.

Noch im Erscheinungsjahr des Modells unternimmt Subaru mit drei Legacy Limousinen eine Langstrecken-Hochgeschwindigkeitsfahrt, die von der FIA begleitet wird. Auf dem ATC-Rundkurs in Arizona stellen die 161 kW/220 PS starken Legacy RS Turbo einen neuen Weltrekord über die Distanz von 100.000 Kilometern auf: in 447 Stunden, 44 Minuten und 9,887 Sekunden absolvieren die Fahrzeuge die Mammut-Distanz. Das entspricht einem Geschwindigkeitsdurchschnitt von 223,34 km/h. Die aktuelle, sechste Generation des Legacy gehört nicht zum Portfolio von Subaru in Europa. Doch der Subaru Outback kam 1996 noch unter dem Namen Legacy Outback auf den deutschen Markt und basierte auf dem Erfolgsmodell. Der Outback gilt demnach als der spirituelle Nachfolger des Legacy. Auch der 2014 neu eingeführte Subaru Levorg führt die Tradition allradgetriebener Mittelklasse-Kombis bei Subaru fort.

Rallye-Legende: Der Subaru Impreza WRX STI

1993 präsentiert Subaru die Mittelklasse-Limousine Impreza, dessen Topversion WRX STI zur Rallye-Ikone der 90er und frühen 2000er-Jahre wird. WRX steht dabei für „World Rally Cross“ beziehungsweise „World Rally eXperimental“ und STI für die Motorsport-Division „Subaru Tecnica International“. In der WRC (World Rallye Championship) gewinnt der Impreza des Subaru World Rally Teams drei Konstrukteurs-Titel, dazu drei Fahrer-Weltmeisterschaften und 47 Einzelsiege.

Der Subera Impreza WRX STI mit Fahrer Colin McRae (39, † 2007):

Seit 2016 gibt es den Impreza in fünfter Generation. Die Produktion der Sportversion WRX STI für den europäischen Markt stellte Subaru 2018 ein. Damit hieß es hierzulande es „Sayonara“ für eine automobile Legende, die in vier Generationen und fast 25 Jahren Sportgeschichte schrieb. 

Subaru: 2017 feiert das Unternehmen seinen 100. Geburtstag

2017 begeht Fuji Heavy Industries seine einhundertjährige Unternehmensgeschichte, die 1917 im Flugzeugbau begann. Anlässlich des Geburtstages gibt sich das Unternehmen einen neuen Namen, der die Wichtigkeit der profitabelsten Konzernsparte – Subaru – wiederspiegelt: Die Subaru Corporation ist geboren.

Subaru: Das Modellportfolio in der Übersicht

Aktuell sind in Deutschland sechs Subaru-Modelle verfügbar:

  • Forester (SUV, Basispreis: 34.990 Euro)
  • Outback (Crossover-Kombi, Basispreis: 38.490 Euro)
  • XV (Kompakt-SUV, Basispreis: 23.690 Euro)
  • Impreza (Kompaktklasse, Basispreis: 21.990 Euro)
  • Levorg (Mittelklasse-Kombi, Basispreis: 28.250 Euro)
  • BRZ (Sportwagen, Basispreis: 34.590 Euro)

Den Konfigurator, Preislisten sowie Finanzierungs- und Leasingangebote finden Sie auf subaru.de.

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