Die spanische VW-Tochter

Seat: Leon, Ibiza, Arona – alles über den spanischen Autobauer und seine Modelle

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der spanische Autobauer Seat gehört zum Volkswagen-Konzern. Zu den bekanntesten Modellen zählen der Seat Leon, der Seat Ibiza, der Seat Arona und der Seat Ateca.

  • Seat ist Teil des Volkswagen-Konzerns und nutzt gemeinsame Plattformen mit Modellen von VW, Audi und anderen Marken
  • Die Modelle Seat Ibiza, Seat Leon und der Van Seat Alhambra gehören zu den langjährigen Erfolgsmodellen
  • Mit dem Seat Arona, dem Seat Ateca und Seat Tarraco ist die Marke auch stark im SUV-Segment vertreten

Martorell – Seat wurde 1950 als spanischer Staatsbetrieb mit einer Beteiligung von Fiat mit Sitz in Barcelona gegründet. Es wurden Fahrzeuge unter Lizenz von Fiat gebaut. Das erste Modell brachte Seat 1953 auf den Markt: der Seat 1400 basierend auf dem Fiat 1400, die Namen sind entsprechend sehr ähnlich. Der Absatz, auch der nachfolgenden Modelle, war zunächst auf Spanien beschränkt, wo der Autobauer praktisch Monopolist war. Erst zu Beginn der 1970er exportierte Seat die ersten Fahrzeuge.

Der Seat 1400 war das erste Modell des spanischen Autobauers und basierte auf dem Fiat 1400.

Mit dem Ende des Franco-Regimes Anfang der 1980er musste sich Seat umstrukturieren. Fiat beteiligte sich nicht länger und zog die Lizenzierung zurück. Eine neue Kooperation mit Volkswagen wurde geschlossen. Das erste selbstentwickelte Modell kam 1984 mit dem Seat Ibiza auf den Markt. Volkswagen beteiligte sich schrittweise stärker an Seat und übernahm den spanischen Autobauer schließlich ganz. Im Jahr 1989 wurde der Grundstein für den neuen Hauptsitz in Martorell in Katalonien, Spanien gelegt. 1993 eröffnet, ist Martorell bis heute das Hauptwerk von Seat.

Seat wurde zunächst in die Markengruppe Audi aufgenommen und dann nach Umstrukturieren in die Volkswagengruppe integriert. Die heutigen im Konfigurator zu findenden Modelle wie etwa der Seat Ibiza, der Seat Leon, der Seat Arona und der Ateca nutzen markenübergreifende Plattformen weiterer Modelle im Volkswagen-Konzern. Heutiger Vorstandsvorsitzender von Seat ist Carsten Isensee (60).

Seat und seine aktuellen Modelle auf einen Blick

Mit der 2010 begonnenen Umstrukturierung von Seat wurde auch die Modellpalette schrittweise erweitert. Die Integration in die Plattformvorgaben des Volkswagen-Konzerns erlaubte es auf einfache Weise, ganz neue Modelle wie auch neue Generationen bekannter Pkw zu entwickeln. Im Design und in der Innenausstattung unterscheiden sich die Seat-Modelle von den anderen Marken des Volkswagen-Konzerns. Verantwortlich für das Design ist der 2011 zu Seat zurückgekehrte Alejandro Mesonero-Romanos (52).

Den Seat Ibiza der fünften Generation gibt es auch als Erdgas-Variante.

Im Segment der Kleinstwagen brachte der spanische Autobauer 2011 den Seat Mii auf den Markt. Er zählt zur New Small Family des Volkswagen-Konzerns. Im Bereich der Kleinwagen hat Seat mit dem Seat Ibiza bereits ein langjähriges Erfolgsmodell. Seit 2017 gibt es den Seat Ibiza V – das erste Modell der Plattform MQB-A0 von Volkswagen. Er ist auch als Erdgas-Variante (CNG) Seat Ibiza 1.0 TGI erhältlich. Auch in der Kompaktklasse ist Seat vertreten, hier ist der Seat Leon das umsatzstärkste Modell des Herstellers. Der Seat Leon IV nutzt die MQB-evo-Plattform.

Ein weiteres langjähriges Modell von Seat ist der Seat Alhambra. Seit 2010 wird der Seat Alhambra II produziert, er entsteht als Schwestermodell zum VW Sharan II. Mit den Modellen Seat Ateca, Seat Arona und Seat Tarraco ist Seat seit 2016 im SUV-Markt vertreten. Der Seat Arona basiert auf der MQB-A0-Plattform, der Seat Tarraco nutzt die MQB-A2-Plattform. Der Seat Ateca nutzt die MQB-A1-Plattform und ist dadurch mit dem VW Jetta verwandt.

Seat: Die Produktionsstandorte des spanischen Autobauers

Seat produziert seine Fahrzeuge in mehreren vorwiegend europäischen Produktionsstätten. In einigen Seat-Werken werden zudem weitere Modelle der Volkswagen-Gruppe produziert. Umgekehrt werden in anderen Werken des Volkswagen-Konzerns auch Modelle von Seat gefertigt. Insgesamt gibt es sieben Produktionsstandorte:

  • Martorell in Spanien
  • Relizane in Algerien
  • Wolfsburg in Deutschland
  • Palmela in Portugal
  • Bratislava in der Slowakei
  • Mladá Boleslav in Tschechien
  • Kvasiny in Tschechien

Martorell ist das Hauptwerk von Seat. Hier werden der Seat Ibiza, Seat Leon und Seat Arona produziert. Ebenso wird dort das Audi-Modell A1 gebaut. In Relizane steht ein Mehrmarkenwerk, in dem Bausätze für den Seat Ibiza, Seat Leon, Seat Arona und Seat Ateca montiert werden. In den weiteren genannten Produktionsstandorten wird jeweils ein Modell von Seat gefertigt, so der Seat Tarraco in Wolfsburg, der Seat Alhambra in Palmela, der Seat Mii in Bratislava und der Seat Ateca in Kvasiny.

Für den Import der in Deutschland nicht produzierten Seat-Modelle ist die Handelszentrale von Seat mit Sitz in Weiterstadt zuständig. Seat Deutschland wurde 1986 gegründet, Importe nach Deutschland finden seit 1983 statt.

Die Modellpalette von Seat: Kleinstwagen, Kleinwagen und Kompaktmodelle

Im Konfigurator von Seat sind alle aktuellen Modelle ausgeführt, angefangen beim Kleinstwagen Seat Mii. Der Seat Mii ist ein rein elektrisches Fahrzeug, das es in zwei Ausstattungsvarianten gibt. Neben der Basisvariante Seat Mii electric steht der Seat Mii electric Plus zur Verfügung. Letzterer beinhaltet zusätzlich elektrische Ausstattungs- und Designmerkmale.

Die vierte Generation des Seat Leon – hier die Kombi-Version Sports Tourer – kam 2020 auf den Markt.

Mehr Modellvarianten gibt es vom Seat Ibiza. Die Basisversion wird als Reference bezeichnet. Die Variante Style erhöht die Designelemente und Innenausstattung. Weitere Varianten sind der sportlichere FR und der technisch aufgerüstete Xcellence. Zu einigen Modellen gibt es die Zusatzausstattung Fast Lane für mehr Sportlichkeit. Sondereditionen wie die Black Edition oder Beats Fast Lane runden die Modellvielfalt des Seat Ibiza ab.

Die gleichen Bezeichnungen für die Ausstattungslinien werden auch für den Seat Leon genutzt. Die Basisversion wird ebenfalls als Reference bezeichnet. Die weiteren Modellvarianten sind der Style, FR und Xcellence. Zusatzpakete wie beim Ibiza gibt es nicht, aber mit dem Leon Sportstourer eine Kombi-Version mit den vier genannten Ausstattungspaketen.

Die Modellpalette von Seat: SUV und Vans

Mit dem Seat Alhambra hat der spanische Autobauer eines der Modelle im Bereich Vans auf dem Markt. Im Konfigurator hat der Kunde die Auswahl aus drei Ausstattungslinien: Style, Xcellence und FR-Line. Unterschiede liegen auch hier in der technischen Ausstattung und im Innenraumdesign.

Das Mini-SUV Seat Arona gibt es seit 2017 – ein Allradantrieb ist nicht erhältlich.

Noch relativ neu in der Modellpalette sind die SUV von Seat. Der Seat Arona basiert im Wesentlichen auf dem Seat Ibiza und hat entsprechende Ausstattungsvarianten: Reference, Style, FR und Xcellence. Auch hier gibt es noch das Zusatzpaket Fast Lane und die Sonderedition Beats Fast Lane. Der Seat Arona ist der kleinste der SUV und gilt als Crossover.

Der Seat Ateca hat Ähnlichkeiten zum Seat Leon und ist ein Kompakt-SUV. Hier gibt es ebenfalls die Ausstattungsvarianten Reference, Style, FR und Xcellence. Sondereditionen oder feste Zusatzpakete gibt es hier nicht.

Der größte SUV von Seat ist der Seat Tarraco. Er hat wie der Seat Alhambra nur drei Ausstattungslinien. Diese sind Style, Xcellence und FR. Feste Zusatzpakete oder Sondereditionen gibt es nicht. Er ist die Kombi-Version der Seat-SUV.

Seat: Cupra als eigene Marke mit Modellen des spanischen Autobauers

Seit 2018 gibt es mit Cupra eine eigene Tochtergesellschaft von Seat, die sich hauptsächlich mit Sportfahrzeugen beschäftigt. Seat selbst ist bereits seit den 1970ern im Motorsport aktiv und hat in den Folgejahrzehnten auch immer wieder Sporteditionen der Serienmodelle angeboten. Mit Cupra will Seat nun sportliche Straßenfahrzeuge zunächst auf Basis einiger Modelle von Seat und im Weiteren nach Eigenentwicklungen auf den Markt bringen.

Das Kompakt-SUV Formentor soll das erste eigenständige Cupra-Modell werden.

Der Name Cupra wurde zuvor bereits genutzt, um sportliche Versionen einiger Modelle von Seat zu bezeichnen. So gibt es beispielsweise den Leon Cupra, der bis 2018 als Modellvariante geführt wurde und heute über die Marke Cupra angeboten wird. Ab Ende 2020 gibt es den Nachfolger als Cupra Leon und Cupra Leon ST auf dem Markt.

Mit dem Cupra Formentor will die Marke das erste eigene Modell produzieren. Cupra hat keinen eigenen Konfigurator, die Modelle sind aber auf der Homepage sichtbar. Die Modelle gibt es in verschiedenen Editionen. Cupra bietet zudem Rennfahrzeuge an.

Rubriklistenbild: © Seat

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