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Seat Leon: Als Kombi, als Gebrauchtwagen oder mit Super-Motorisierung als ST

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Von: Jan Schmidt

Im November 1999 kam die erste Generation des Seat Leon auf den deutschen Markt. Seine Premiere feierte der spanische Vertreter der Volkswagen-Familie auf der IAA. 

Martorell – Die technische Basis teilte sich der Seat Leon unter anderem mit dem Golf IV und dem damals aktuellen Audi A3. Während die Technik deutschem Ursprungs war, so war das Design italienisch. Denn kein geringerer als Giorgetto Giugiaro (81 Jahre) zeichnete für das gelungene Äußere des Spaniers der Kompaktklasse verantwortlich. Adaptiert wurde die Karosserie von der ein Jahr zuvor präsentierten Limousine Seat Toledo II, mit der der Leon von der Front bis zu den hinteren Türen baugleich ist. 

Unter der Haube kam die Antriebstechnik aus dem VW-Baukasten zum Einsatz. Die Basis stellte ein 1,4-Liter-Benziner mit 75 PS. Darüber rangierten 1,6-Liter-Varianten mit 100 bis 105 PS. Vom 1,8-Liter-Benziner gab es Versionen von 125 bis 225 PS im Cupra R.

Blauer Seat Leon der ersten Generation, im Hintergrund befindet sich ein spanischer Stier.

Seat Leon I: Das Design stammt aus der Feder von Giorgetto Giugiaro. © Hersteller

Von 2000 bis 2004 war sogar der 2,8-Liter-V6 mit 204 PS in Verbindung mit Allradantrieb lieferbar. Mit optionalem Allradantrieb war auch der mit 150 PS stärkste Dieselmotor kombinierbar. Außerdem gab es die ganze Palette der 1,9-Liter-TDI- und -SDI-Versionen von 68 bis 130 PS.

Seat Leon: Die zweite Generation kam 2005 auf den Markt

Nachdem die zweite Generation des Seat Leon schon im Juni 2005 in Spanien eingeführt wurde, mussten sich deutsche Interessenten noch bis zum September 2005 gedulden. Die zweite Generation des Seat Leon folgte einem ganz anderen Designkonzept. Verantwortlich war wiederum ein Italiener. Dieses Mal setzte Walter da Silva (69 Jahre) den Stift an und zeichnete eine kompakte Schrägheck-Limousine im Cab-Forward-Design. Wie von den vorher von ihm gezeichneten Alfa-Romeo-Modellen fanden sich am Seat Leon nun in Mulden der C-Säule versteckte Griffe der Fondtüren.

Standaufnahme eines silberfarbenen Seat Leon der zweiten Generation

Seat Leon der zweiten Generation: Auch ihn gab es ausschließlich als Fünftürer. © Hersteller

Unter dem italienischen Design steckte der technische Baukasten des VW-Konzerns. Um genau zu sein war es die PQ35-Plattform, die sich der Spanier unter anderem mit dem Golf V und VI teilte. Unter der Haube sorgten die diversen VW-Motoren für Vortrieb. So gab es 2,0-Liter-Benziner in der Sauger-Variante mit 150 PS und in verschiedenen Ausbaustufen als Turbo mit 185 bis 310 PS. Das Leistungsspektrum von 85 bis 160 PS deckten 1,2 bis 1,8 Liter große Vierzylinder-Benziner – teilweise ebenfalls mit Turboaufladung – ab.

Besonders sparsam waren die beiden ab 2010 eingesetzten 1,6-Liter-TDI-Motoren, die 90 oder 105 PS lieferten. Die gleichen Leistungswerte wurden zuvor mit zwei Varianten des 1,9-Liter-TDI erreicht. Den 2,0-Liter-TDI gab es in verschiedenen Ausbaustufen mit 136, 140 und 170 PS.

Seat Leon: Die dritte Generation mit spanischem Design

2012 stellte Seat die dritte Generation des Leon vor. Der Seat Leon III ist rund fünf Zentimeter kürzer als sein Vorgänger, allerdings ist der Radstand um sechs Zentimeter gewachsen. Dadurch bietet er im Innenraum etwas mehr Platz und auch das Kofferraumvolumen konnte um 40 auf 380 Liter vergrößert werden. Wie seine Konzernbrüder VW Golf VII, Audi A3 und Škoda Octavia III baut auch der Seat Leon III auf dem modularen Querbaukasten auf. Das Design stammt aus der Feder des spanischen Designers Alejandro Mesonero-Romanos (52 Jahre).

Grauer Seat Leon ST X-Perience steht im Gelände

Seat Leon III: Von der Kombiversion ST gab es auch eine Variante mit SUV-Merkmalen, die X-Perience heißt. © Hersteller

Im Gegensatz zu den ersten beiden Generationen, die ausschließlich als Fünftürer lieferbar waren, gab es den Seat Leon III ab 2013 auch als dreitüriges Sport-Coupé „SC“. Etwas später kam die Kombiversion Sportstourer „ST“ hinzu, die einen knapp 30 Zentimeter längeren hinteren Karosserieüberhang aufweist. Dadurch steigt das Kofferraumvolumen des „ST“ auf 587 Liter – bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 1470 Liter. 2014 folgte ein Cross-Over-Modell auf Basis des Kombis mit SUV-Anleihen. Das neue Modell heißt Leon X-Perience, bietet ein paar Anbauteile im SUV-Stil und 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit.

Blauer Seat Leon SC der dritten Generation

Seat Leon III: Neben dem Fünftürer und der Kombiversion gab es auch den Dreitürer „SC“. © Hersteller

Die Benzinmotorenpalette des Seat Leon III reicht vom 1,0-Liter-Dreizylinder mit 86 PS bis zum 310 PS starken 2,0-Liter-TSI im Cupra R. Dabei fällt auf, dass alle Benziner mit einem Turbolader ausgestattet sind. Auch alle Dieselmotoren werden mittels Turbolader unter Druck gesetzt: Turbo-Diesel-Einspritzer also TDI-Motoren mit 1,6 oder 2,0 Liter Hubraum von 90 bis 184 PS. Neben den Benzin- und Dieselmotoren gibt es den Seat Leon auch mit Erdgas: Bis 2019 sorgte ein 1,4-Liter-Turbo und ab 2019 ein 1,5-Liter-Turbo für alternativen Antrieb. Für einige Motoren bot Seat neben dem serienmäßigen Front- auch Allradantrieb an.

Seat Leon IV: Die vierte Generation des spanischen Golf

Vorgestellt wurde die vierte Generation des Seat Leon im Januar 2020. Seit April 2020 stehen der Fünftürer und die Kombiversion „ST“ beim Händler. Eine dreitürige Version, wie beim Vorgänger ist vorerst nicht geplant. Das Design stammt wieder von Alejandro Mesonero-Romanos. 

Roter Seat Leon ST der vierten Generation

Seat Leon IV: Bei einem Radstand von 2,69 Meter misst der Kombi „ST“ 4,64 Meter in der Länge. © Hersteller

Zu den Benzin-, Erdgas- und Dieselantrieben gesellen sich ein Mild-Hybrid und zwei Plug-In-Hybride. Der Mild-Hybrid ist ein 1,5-Liter-Benziner mit einem 48-Volt-Bordnetz. Die Plug-In-Hybride bauen auf einem 1,4-Liter-Benziner auf, der von leistungsstarken Elektromotoren unterstützt wird. Als 90 PS starker 1.0 TSI in der Basisausstattung „Reference“ kostet der Seat Leon mindestens 20.820 Euro

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