Die Marke mit den drei Rauten

Mitsubishi: Outlander, ASX, Eclipse Cross – die Japaner setzen voll auf SUV

  • Sebastian Oppenheimer
    vonSebastian Oppenheimer
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Der japanische Autobauer Mitsubishi setzt inzwischen voll auf SUV. Zu den bekanntesten Modellen zählen der Mitsubishi Outlander, der Mitsubishi ASX und der Mitsubishi Eclipse Cross.

  • Mitsubishi ist ein Konglomerat unterschiedlicher Industrieunternehmen gleichen Namens
  • Der Autobauer Mitsubishi mit Hauptsitz in Tokio in Japan ist international vor allem durch seine SUV bekannt
  • Bekannte aktuelle Modelle sind der Outlander, ASX und der Eclipse Cross

Die Geschichte von Mitsubishi begann als Schifffahrtsunternehmen im Jahr 1870. Gegründet wurde das japanische Unternehmen von Iwasaki Yatarō (50, † 1885). Der Name Mitsubishi wurde erstmals 1874 verwendet und bedeute frei übersetzt so viel wie „drei Rauten“. Das bis heute bekannte Logo wird seit 1875 genutzt und ist ein direkter Verweis auf den Namen Mitsubishi.

Der Autobauer Mitsubishi Motors hat seinen Hauptsitz in Tokio.

Im Laufe der weiteren Jahrzehnte wuchs Mitsubishi stark und wurde in diversen Industriezweigen tätig. Bis 1945 vereinten sich mehr als 200 Unternehmen unter dem Mitsubishi-Logo. Der Konzern, japanisch Zaibatsu, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die US-Amerikaner zerschlagen. Heute bilden etwa 40 Unternehmen mit dem Namen Mitsubishi ein Konglomerat, japanisch Mitsubishi Keiretsu. Die Unternehmen sind lose verbunden, aber rechtlich eigenständig.

Mitsubishi Motors bildet dabei den Fahrzeughersteller mit heutigem Sitz in der Präfektur Minato in Tokio, Japan. Als eigenständiges Unternehmen wurde der Mitsubishi Motors erst 1970 gegründet, Mitsubishi produziert aber bereits seit 1917 Fahrzeuge. Es war das erste Unternehmen, das in Japan ein Serienfahrzeug anbot. Seit Ende der 1970er Jahre gibt es Fahrzeuge von Mitsubishi auf dem deutschen Markt. Die Modelle der Mittelklasse Mitsubishi Galant, Mitsubishi Celeste und Mitsubishi Lancer wurden eingeführt. Heute ist Mitsubishi vor allem mit den SUV Mitsubishi Outlander, Mitsubishi ASX und Mitsubishi Eclipse Cross vertreten.

In Japan haben noch viele andere weltbekannte Automarken ihren Sitz: Honda, Mazda, Toyota, Nissan, Suzuki und Subaru.

Mitsubishi Motors – die Kooperationen und Allianzen der Japaner

Mitsubishi brachte zwar bereits 1917 mit dem Model A das erste Serienautomobil in Japan auf den Markt, blieb in der Folge als Automobilhersteller aber zunächst wenig erfolgreich. Erst in den 1960ern zog die Produktion von Fahrzeugen deutlich an. Im Jahr 1970 wurde der Fahrzeugbau der Teilgesellschaften in Mitsubishi Motors mit Sitz in Tokio, Japan, vereint. Bis dahin waren die angebotenen Modelle von Mitsubishi bereits deutlich in der Zahl gewachsen.

Ab 1971 gab es eine Zusammenarbeit mit Chrysler. Der US-Autobauer vermarktete die Mittelklasse-Modelle Mitsubishi Galant und Mitsubishi Lancer unter eigenen Namen. Mitsubishi expandierte aber auch selbst nach Europa und in andere Teile der Welt und baute, teils mit Chrysler zusammen, neue Produktionsstandorte auf. 1993 zog sich Chrysler von Mitsubishi zurück.

Der Mitsubishi ASX kam 2010 auf den Markt.

Mitsubishi selbst geriet aber im Zuge der Asienkrise 1997 in erhebliche Schwierigkeiten mit starken Absatzrückgängen. Zwischen 2001 und 2004 gehörte Mitsubishi zum damaligen DaimlerChrysler-Konzern. In dieser Zeit kam der Anstoß für die Modelle im Bereich SUV mit dem Mitsubishi Outlander, Mitsubishi ASX und später Mitsubishi Eclipse Cross. Ab 2005 gab es eine Kooperation mit PSA. 2016 übernahm Nissan 34 Prozent der Anteile an Mitsubishi – so wurde die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi gegründet.

Mitsubishi heute – der sechstgrößte Autohersteller Japans

Mitsubishi ist heute der sechstgrößte Automobilhersteller in Japan. Der in Tokio beheimatete Fahrzeugbauer beschäftigt mehr als 30.000 Mitarbeiter und generiert einen Umsatz von rund 21,5 Milliarden Euro im Jahr. Weltweit beträgt der Absatz rund 1,25 Millionen Fahrzeuge. Etwa zwei Drittel entfallen auf SUV. Mitsubishi produziert in 13 Ländern und Regionen rund um den Globus in 33 Produktionsstandorten. Ein Forschungs- und Entwicklungsstandort befindet sich in Deutschland.

Der Pick-up Mitsubishi L200 wurde ab 1978 gebaut.

Mitsubishi wurde zwar zunächst mit Fahrzeugen der Mittelklasse in Europa bekannt, vor allem mit dem Mitsubishi Lancer, ist heute aber vor allem als Anbieter von SUV im europäischen Markt. Mit dem Mitsubishi ASX, Mitsubishi Eclipse Cross und dem Mitsubishi Outlander bietet Mitsubishi gleich drei Modelle in dieser Automobilklasse. Mit dem Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid gibt es auch den ersten SUV als Hybrid. In Deutschland ist zudem der Pick-up MItsubishi L200 in zwei Modellvarianten auf dem Markt. Nur der Kleinwagen Space Star bildet eine Ausnahme im aktuellen Modellangebot von Mitsubishi.

Mitsubishi: Warum die Japaner voll auf SUV setzen

Um die heutige Stellung von Mitsubishi als Anbieter von SUV nachzuvollziehen, ist ein Blick auf die Entwicklung der Modelle nötig. Die Zusammenarbeit mit Chrysler hat sicherlich dazu beigetragen, dass mit Aufkommen der SUV zu Beginn der 1990er zunächst in den USA der Autobauer aus Japan ebenfalls die neue Automobilklasse früh ins Kalkül zog. Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Ende der 1990er Jahre machten endgültig ein Umdenken bei Mitsubishi notwendig.

Durch die Lizenzproduktion von Jeep und die Eigenproduktion von Vans und dem Geländewagen Mitsubishi Pajero waren bereits Kenntnisse in dieser Automobilklasse vorhanden. Die neue Klasse der SUV wurde durch Mitsubishi dann erstmals mit dem Outlander ab 2001 beschritten. Der SUV entpuppte sich als Erfolg. Es folgte für den nordamerikanischen Markt 2003 der Endeavor. Im Jahr 2010 folgte dann der Mitsubishi ASX und 2017 der Mitsubishi Eclipse Cross sowie der nicht in Deutschland erhältliche Eupheme. Im Jahr 2014 folgte mit dem Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid der erste Hybrid-SUV dieser Art weltweit. Alle Modelle stellten sich als erfolgreich für Mitsubishi heraus. Gleichzeitig entschied man sich im Hauptsitz in Tokio, außerhalb des asiatischen Marktes nach und nach die Modelle anderer Fahrzeugklassen weitgehend einzustellen.

Outlander, ASX und Eclipse Cross – die SUV von Mitsubishi

Mitsubishi brachte 2001 mit dem Mitsubishi Outlander einen Familien-SUV auf den Markt. Bis zu sieben Personen finden in dem rund 4,7 Meter langen SUV einen Platz. Angetrieben wird der Mitsubishi Outlander von einem Benzinmotor mit 150 PS. Der Verbrauch liegt bei 7,4 Litern bei einem Leergewicht von 1,5 Tonnen. Neben der Basisversion gibt es vier weitere Modellvarianten sowie die Möglichkeit, individuell Ausstattung und Zubehör zu gestalten. Hinzu kommt der Plug-in Hybrid.

Der Geländewagen Mitsubishi Pajero kam im Jahr 1982 auf den Markt.

Der Mitsubishi ASX ist der Kompakt-SUV der Japaner. Er ist in Nordamerika als Mitsubishi Outlander Sport auf dem Markt und in Japan als Mitsubishi RVR. Angetrieben wird der Mitsubishi ASX von einem Benzinmotor mit 150 PS. Der Verbrauch liegt bei 6,7 Litern. Das Gewicht beträgt über 1,4 Tonnen bei einer Länge von 4,36 Metern. Auch den ASX gibt es in mehreren Modellvarianten und mit frei gestaltbarer Ausstattung und Zubehör.

Der Mitsubishi Eclipse Cross ist das neueste Modell des Autobauers. Mitsubishi bezeichnet den Eclipse Cross als Coupé-SUV. Ausgestattet ist der Eclipse Cross mit einem Turbo-Benziner mit 163 PS. Der Verbrauch liegt bei 6,7 Litern. Mit 4,4 Metern Länge und einem Gewicht von 1,5 Tonnen weist der Eclipse Cross ähnliche Daten wie die anderen Modelle auf. Ihn gibt es ebenfalls in mehreren Modellvarianten mit individuellen Ausstattungsmöglichkeiten.

Mitsubishi hat auch einen Kleinstwagen und einen Pick-up im Programm

Mitsubishi verkauft als Neuwagen in Deutschland neben den SUV Mitsubishi Outlander, Mitsubishi ASX und Mitsubishi Eclipse Cross noch den Pick-up Mitsubishi L200 sowie den Kleinwagen Mitsubishi Space Star. In Japan selbst ist der in Tokio ansässige Autobauer mit dem Mitsubishi i, einem Kleinstwagen, sehr erfolgreich. Dieses Modell gibt es auch als Elektrofahrzeug. Außerhalb Deutschlands werden zudem immer noch die Modelle Mitsubishi Pajero und Mitsubishi Pajero Sport, der Mitsubishi Eupheme sowie der Mitsubishi L300 und Mitsubishi L400 angeboten. Diese Modelle zählen zu den Geländewagen oder Vans.

Der Mitsubishi Colt der ersten Generation (A150) rollte ab 1978 vom Band.

Von der Produktion von Kleinwagen, Mittelklasse- und Oberklassefahrzeugen sowie Sportwagen hat sich Mitsubishi mittlerweile nahezu komplett verabschiedet. Bis auf ein Engagement im Motorsport auf Basis des Mitsubishi Lancer ist Mitsubishi Motors hier nicht mehr aktiv. Allerdings finden sich auch in Deutschland noch einige Gebrauchtwagen von bekannten Modellen von Mitsubishi. Dazu zählen:

SegmentModell
Kleinwagen: Colt
Mittelklasse:Lancer, Carisma, Galant
Sportwagen:Eclipse, Lancer Evolution
Cabrio: Colt CZC
Geländewagen: Pajero, Pajero Sport
Van: Space Gear, Space Runner, Space Star, Space Wagon, Grandis

Rubriklistenbild: © Kiyoshi Ota/dpa

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