Das kleine Raumschiff von Honda

Honda e: Marktstart, Preis, Reichweite – Das ist das neue Elektrofahrzeug aus Japan

Honda e fahrend
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Der Honda e
  • Arne Roller
    vonArne Roller
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Mit Spannung erwartet die Autowelt den Marktstart des kleinen Vollstromers aus dem Hause Honda. Im Gegensatz zu vielen Modellen, die es sowohl mit E- sowie konventionellem Antrieb gibt, zeigt der Honda mit seinem markanten Äußeren einen ganz eigenen Charakter.

  • Mit dem Honda e bringt der Hersteller aus Tokio sein erstes reines Elektrofahrzeug
  • Sein Einstiegspreis liegt bei 33.850 Euro
  • Der Marktstart wurde vom März auf den Sommer 2020 verschoben 

Frankfurt – Im Sommer kommt nur auch das erste rein elektrische Fahrzeug des japanischen Herstellers Honda auf den Markt. Besser spät als nie. Zu Gute halten kann man den Japaner, dass sie hier nicht einfach in ein bestehendes Modell einen Elektromotor verpflanzt haben. Nein, sie schlagen mit dem Honda e einen ganz neuen Weg ein und entwickelten für das Modell eine komplett neue Plattform speziell für Elektrofahrzeuge. Der knapp 3,9 Meter lange Honda e steht also nicht, wie viele andere E-Fahrzeuge auf derselben Plattform wie ihre konventionell angetriebenen Artverwandten. Die Honda-e-Entwickler nutzten weder bestehende Technikkomponenten noch Designelemente. Das hat durchaus seine Vorteile: so gelang es den Fachleuten von Honda beim neuen Modell den Schwerpunkt besonders niedrig zu halten. Die Gewichtsverteilung liegt bei gleichmäßigen 50:50. Zu den kompakten Abmessungen bei einer absichtlich breit ausgelegten Spur kommen besonders kurze Überhänge an Front und Heck. Ein Rezept für agiles Handling.

Honda e: Studie, Vorstellung, Marktstart

Der Honda e basiert auf der schon 2017 auf der IAA vorgestellten Studie „Urban EV“. Ein seriennaher Prototyp zeigte Honda vor einem Jahr beim Genfer Autosalon. Die Serienversion gab es dann erstmals auf der IAA 2019 zu sehen. Das Design des Honda e erinnert vor allem wegen der runden leuchten an den Honda Civic von 1972. Der Marktstart war eigentlich für März diesen Jahres angekündigt, doch zuletzt nannte Honda den Sommer als neuen Ziel. 

Honda e: Ausgezeichnetes Design

Für sein Aussehen gewann der Honda e bereits mit dem „Red dot award“ einen Designpreis – und es verwundert nicht, ist das Äußere doch ein gelungener Mix aus Retro und einem minimalistisch gehaltenem, futuristisch anmutendem Look mit aufgeräumten Flächen und kurzen Überhängen, die ihn als einen knuffigen, stilistisch durchdachten Kleinwagen zeigen.

Seinen Stand als kommendes Lifestyle-Utensil unterstreicht der Honda e mit den verfügbaren, durchaus ausdrucksvollen Farben.

Honda e: Der Innenraum – ein gewagter Mix

Der Innenraum des Honda e könnte die Gemüter aber spalten. Futuristisch sehen in jedem Fall die vielen Bildschirme aus.

Ein durchgehendes Band mit Bildschirmen dominiert das Interieur des Honda e.

Die Mischung aus großen Displays, Holz und Stoffsitzen muss einem aber gefallen. Die äußeren 6-Zoll-Bildschirme zeigen übrigens das Bild der Kameras, die wie beim schon beim Audi e-tron die Rückspiegel ersetzen. Dazwischen befindet sich drei weiteren, eine 8,8-Zoll-Kombianzeige und zwei 12,3-Zoll-Touchscreens für Navigation, die Multimediafunktionen und das Energiemanagement. Android Auto und Apple CarPlay sind serienmäßig verfügbar. Im Stand erlaubt der Honda e über seinen HDMI-Anschluss sogar das Anschließen von Spielkonsolen oder das Streamen von Filmen und Serien via TV-Stick. Des Weiteren soll es für Honda E-Besitzer per Smartphone-App die Möglichkeit geben, das Auto vorheizen und orten zu können.

Honda e: Die Fahrleistungen

Der E-Motor liefert 315 Newtonmeter und 100 bzw. 113 kW (Honda e Advance) an die Hinterräder des Honda E. Das sorgt für eine Beschleunigung von null auf hundert in 9,0 respektive 8,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Ausführungen elektronisch auf 145 km/h begrenzt. „Dadurch, dass der Motor die Hinterachse antreibt, haben wir nicht nur eine bessere Traktion, sondern können die Räder auch um bis zu 45 Grad einschlagen“ erklärt Techniker Takahiro Shinya. Das sorgt für einen kleinen Wendekreis von nur 9,2 Metern. Sehr praktisch im Stadtverkehr.

Mit den Rekuperations-Wippen am Lenkrad kann der Fahrer den Widerstand des Motors und mit ihm den Grad der Energierückgewinnung beeinflussen. Wer überhaupt nicht mehr mechanisch bremsen möchte, aktiviert das „One-Pedal-Driving“. Dann schaltet der Honda e auf maximale maximale Rekuperation. Der Motorwiderstand ist dann so hoch, dass der Fahrer den Honda e mit dem Lupfen des Gaspedals langsam zum Stehen bringen kann.

Honda e: Reichweite, Batterie und Ladevorgang

Die Reichweite des Honda e liegt bei 222 km (WLTP, 210 km mit 17-Zoll-Felgen). Kein üppiger Wert. Konkurrenten wie der Peugeot e-208 (340 km), der Opel Corsa-e (330 km) oder MINI Cooper SE (235 – 270 km) bieten hier mehr. Doch Honda-Projektleiter Kohei Hitomi betonte in einem Interview, dass der Honda e von vom Grundprinzip als Stadtauto gedacht ist. Andere Faktoren wie eine kompakte Batterie und die Funktionalität des agilen Fahrzeugs seien bei der Konzeption wichtiger gewesen als eine große Reichweite.

Das Schnellladen des Honda e klappt an einer entsprechenden Gleichstromsäule mit bis zu 100 kW. Binnen 30 Minuten soll die 35,5 kWh-Batterie dann wieder zu 80 Prozent gefüllt sein. Etwas langsamer geht es an einer 50-kW-Säule, da der relativ kleine Akku die hohen Ladeströme nur kurzfristig verträgt. Batterieschonend ist das Laden an einer 7,4-kW-Wallbox, an der es rund vier Stunden dauert, bis der Akku voll ist. Mit einer normalen Haushaltssteckdose dauert das Vollladen rund 19 Stunden. 

Honda e: Die Ausstattung

Folgende Ausstattungsmerkmale sind schon in der Basisversion mit 136 PS (ab 33.850 Euro) enthalten:

  • Scheinwerfer in LED Technik (Abblend-, Fernlicht und Blinker)
  • Multifunktions-Lederlenkrad
  • Panorama-Glasdach
  • Voreinstellbare Sitzheizung, vorn
  • Parksensoren, vorn und hinten
  • Intelligenter Geschwindigkeitsbegrenzer (ISL)
  • Rückfahrkamera
  • Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff und Fußgängererkennung
  • Spurhalteassistent
  • Klimaautomatik
  • Honda-Connect mit DAB-Radio, HDMI-Anschluss, Android-Auto, Apple CarPlay, (…)

Ab 36.850 Euro ist der Honde e Advance mit 154 PS zu haben. Auf der offiziellen Webseite des Herstellers können sich Kunden ihren Honda e nach eigenem Gusto im Konfigurator zusammenstellen. Hier finden sich auch die Finanzierungs- und Leasingangebote von Honda.

Preislich liegt der Honda e auf einem ähnlichen Niveau wie die Konkurrenten Mini Cooper SE oder Opel Corsa-e. Allerdings plant Honda für Deutschland jährlich nur 1.500 Exemplare ein. Diese dürften voraussichtlich schnell ausverkauft sein.  

Honda e: Einfach Laden Zuhause mit dem „Power Charger“Mit den ersten Auslieferungen des Honda e soll auch der „Honda Power Charger“ zu haben sein. Es handelt es sich um ein 7,4-kW-Ladegerät für das heimische Laden mit Wechselstrom (AC). Bei einer 32-Ampere-Stromversorgung wird der Honda e über den Typ-2-AC-Anschluss in 4,1 Stunden auf 100 Prozent aufgeladen. Das Ladegerät lässt sich mit dem Smartphone des Nutzers verbinden. Die Installation der Geräte beim Kunden übernimmt der Energiekonzern Vattenfall. Auch der neue Energiemanagement-Service des japanischen Herstellers names „e:PROGRESS“ soll bald darauf anlaufen. Zusätzlich zum Ladegerät können Kunden dann in einem individuellen Tarif Strom aus erneuerbaren Quellen wie Solar-, Wind- und Wasserkraft beziehen. Der Dienst erlaubt zudem das Aufladen zum je nach aktueller Nachfrage kostengünstigsten Zeitpunkt.

Power Manager und Power Charger von Honda

Honda e: App für Besitzer für Kommunikation mit dem Fahrzeug
Besitzer eines Honda e können über die Smartphone-App „My Honda+“ jederzeit mit dem Fahrzeug in Verbindung bleiben. Die App bietet einen Zugriff auf Ladefunktionen, Klimatisierung (das Vorheizen wird hiermit möglich), Informationen zum Fahrzeugstatus sowie Sicherheitsfunktionen wie die Standortüberwachung. Navigationsrouten können auf dem Smartphone geplant und direkt ins Fahrzeug geschickt werden.

Honda kümmert sich um das Recyclen der Batterien

Honda e: Die technischen Daten

Honda hat zuletzt seine Partnerschaft mit dem französischen Recyclingunternehmen SNAM (Société Nouvelle d‘Affinage des Métaux) zum Batterie-Recycling ausgeweitet. Zweck der Zusammenarbeit ist eine nachhaltige Nutzung von Batterien über ihre Lebensdauer hinaus. Die Vereinbarung sieht das europaweite Einsammeln und Wiederverwerten von Batterien vor, die zuvor in Honda Hybrid- und Elektrofahrzeuge wie dem Honda e zum Einsatz kamen. Die ausgedienten Batterien werden für ein „zweites Leben“ als Speichermedium für erneuerbare Energien vorbereitet. Sollte diese Wiederverwendung nicht möglich sein, so sollen laut Honda die wertvollen Materialien aus den Batterien gewonnen und recycelt werden.

  • Motor/Antrieb: Elektromotor, Frontmotor, Heckantrieb
  • Leistung/Drehmoment: 100 kW (136 PS) / 315 Nm
  • Vmax / 0–100 km/h: 145 km/h / 9,0 s
  • Batteriekapazität: 35,5 kWh
  • Reichweite: 222 km (WLTP)
  • Länge/Breite/Höhe: 3.895 / 1.750 / 1.510 mm
  • Kofferraumvolumen: 171 / 861 Liter
  • Leergewicht: 1.514 kg
  • Basispreis: 33.850 Euro

Honda e Advance

  • Motor/Antrieb: Elektromotor, Frontmotor, Heckantrieb
  • Leistung/Drehmoment: 113 kW (154 PS) / 315 Nm
  • Vmax / 0–100 km/h: 145 km/h / 8,3 s
  • Batteriekapazität: 35,5 kWh
  • Reichweite: 222 (210)[1] km (WLTP)
  • Länge/Breite/Höhe: 3.895 / 1.750 / 1.512 mm
  • Kofferraumvolumen: 171 / 861 Liter
  • Leergewicht: 1.527 (1.542)1 kg
  • Basispreis: 36.850 Euro

[1] 17-Zoll-Räder

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