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General Motors (GM): Marken, Modelle, Logo – alles über den US-amerikanischen Automobilkonzern

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Von: Sebastian Oppenheimer

Das Hauptquartier von General Motors (GM), aufgenommen am 13.01.2009 in Detroit.
Die GM-Zentrale in Detroit. © Marijan Murat/dpa

General Motors ist ein US-amerikanischer Autohersteller mit Sitz in Detroit. Zu den bekanntesten Marken des Konzerns zählen Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac.

Detroit – General Motors (GM) ist der größte Autohersteller der USA und gehört auch weltweit zu den Branchengrößen. Einen tiefen Einschnitt erlebte das Unternehmen mit der Insolvenz im Jahr 2009 – seitdem heißt der Autobauer offiziell General Motors Company (GMC). Zu den bekanntesten Marken von General Motors gehören heute Chevrolet, Buick, GMC und Cadillac. Geleitet wird das Unternehmen aktuell von Mary T. Barra (68, CEO) und Mark Reuss (President). Sitz des Unternehmens ist Detroit im US-Bundesstaat Michigan – dort arbeiten die Mitarbeiter der Hauptverwaltung im architektonisch außergewöhnlich gestalteten Renaissance Center (auch GM Renaissance Center oder RenCen genannt), das aus sieben mit einander verbundenen Wolkenkratzern besteht. Auch ein Hotel, ein Einkaufszentrum, Restaurants und Banken sind in dem riesigen Komplex angesiedelt.

Gemeinsam mit Ford und Chrysler (später Fiat Chrysler, inzwischen Stellantis) bildet General Motors die „Big Three“ („die großen Drei“) in der amerikanischen Automobilindustrie. Im Jahr 2019 verkaufte General Motors mit seinen Marken weltweit mehr als 7,7 Millionen Fahrzeuge und erzielte einen Umsatz von mehr als 137 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Mitarbeiter im Jahr 2019 betrug rund 164.000.

In Australien unterhält General Motors zusätzlich die Marke Holden. In China werden durch Joint-Ventures zwei weitere Marken unter der GM-Flagge betrieben: Baojun und Wuling.

Die Geburt von General Motors: Im Jahr 1908 gründet William C. Durant das Unternehmen

Gegründet wurde General Motors 1908 von William C. Durant (85, †1947). Noch im selben Jahr übernahm General Motors die Marken Buick und Oldsmobile, nur wenige Jahre später kamen unter anderem Cadillac, Oakland (später Pontiac) und Chevrolet hinzu.

Ein schwarzer Cadillac 62 Sedan.
Heckflossen prägten US-Autos der frühen 1960er-Jahre – wie diesen Cadillac 62 Sedan. © Autodrom

Außerdem erwarb General Motors die Firma Yellow Coach und half, die bis heute existierenden Fernbuslinien von Greyhound aufzubauen. Um das eigene Geschäft zu stärken, gründete General Motors Tochterfirmen, die Unternehmen aufkauften, die Straßenbahnen produzierten. Die Straßenbahnen wurden dann durch Busse ersetzt.

Modelle der Marken von General Motors waren ab dem Jahr 1974 die ersten, in denen ein Airbag optional bestellbar war. In Fahrzeugen von Oldsmobile, Buick und Cadillac ließ sich das System mit Namen „Air Cushion Restraint System“ (ACRS) gegen Aufpreis ordern. Wirtschaftlich war dem frühen Airbag-System von General Motors allerdings kein Erfolg beschieden, weshalb das ACRS schon 1976 wieder vom Markt genommen wurde.

„Unsafe at any Speed“: General Motors und das Fiasko um den Chevrolet Corvair

In den 1960er-, 1970er- und 1980er-Jahren gab es in jedem Jahrzehnt Kontroversen um ein bestimmtes Modell oder elementares Bauteil von Fahrzeugen der Marken von General Motors, die schlimme Konsequenzen nach sich zogen.

Das erste prominente Fiasko war der Chevrolet Corvair, der im Jahr 1959 auf den Markt kam. Zunächst war das Auto bei den Kunden sehr beliebt – allerdings bescherte dem Fahrzeug sein eigenwilliges Handling den Ruf, alles andere als sicher zu sein.

Im Jahr 1965 veröffentlichte dann der US-amerikanische Verbraucheranwalt Ralph Nader (86) sein Buch „Unsafe at any Speed“ („Unsicher bei jeder Geschwindigkeit“), in dem er – unter anderem – Sicherheitslücken beim Chevrolet Corvair aufzeigte und bei dem Fahrzeug sogar von „Konstruktionsfehlern“ sprach. Ironischerweise waren zu diesem Zeitpunkt die größten Kritikpunkte bei dem Modell mittlerweile behoben. Dennoch führte der ohnehin schon ramponierte Ruf in Kombination mit der Veröffentlichung des Buches zu einem Einbruch der Verkaufszahlen des Modells – 1969 wurde die Produktion des Chevrolet Corvair eingestellt.

Ein ähnliches Schicksal ereilte in den 1970er-Jahren den Chevrolet Vega. Auch dieses 1971 auf den Markt gebrachte Auto war zunächst sehr beliebt. Doch Arbeiterunruhen im Hauptwerk in Lordstown (Ohio) führten zu Qualitätsproblemen, die den Ruf des Fahrzeugs schnell ruinierten. 1977 wurde auch der Chevrolet Vega wieder beerdigt.

PR-Desaster mit der Marke Oldsmobile: General Motors und die Geschichte mit dem Rocket-V8-Motor

Einen heftigen Dämpfer erlitt auch die in den 1970er- und – ganz besonders – in den 1980er-Jahren in den USA sehr erfolgreiche General-Motors-Marke Oldsmobile. Viele Kunden schätzten vor allem die Qualität und Zuverlässigkeit des Rocket-V8-Motors.

Weil Oldsmobile aufgrund der hohen Nachfrage nach dem Rocket-V8-Motor mit der Produktion nicht mehr hinterher kam, begann man – ohne dies groß zu verkünden – einige Oldsmobile-Modelle mit einem V8-Motor von Chevrolet auszustatten. Viele Oldsmobile-Kunden stellten aber erst bei der Wartung fest, dass ein anderer Motor verbaut war, und die von ihnen gekauften Teile nicht passten. Das Resultat war eine Sammelklage, die sich für General Motors zu einem PR-Desaster entwickelte.

Die Marke Oldsmobile wurde im Jahr 2004 endgültig eingestampft. Doch die US-amerikanische Traditionsmarke ist bei weitem nicht die einzige Marke aus dem General-Motors-Reich, die heute nicht mehr existiert. Auch Pontiac, Geo, Saturn und Hummer wurden im Laufe der Jahre eingestellt – die ebenfalls einst zu General Motors gehörenden Marken Saab, Opel und Vauxhall wurden verkauft.

Heute hat General Motors in den USA nur noch vier Marken im Angebot:

Das sind die wichtigsten Modelle der Marken:

MarkeModelle
ChevroletSpark, Malibu, Bolt, Corvette, Camaro, Tahoe, Suburban, Silverado
BuickEncore, Regal, Envision, Enclave
GMCCanyon, Sierra, Terrain, Acadia, Yukon, Savana
CadillacXT4, XT5, XT6, Escalade, CT4, CT5, CT6, CTS

Modelle dieser Marken sind in Deutschland nur in überschaubarer Stückzahl unterwegs. Die meisten Typen aus dem General-Motors-Konzern sind bei uns weitgehend unbekannt, wenn man mal von Chevrolets Sportmodellen Camaro und Corvette sowie Cadillacs Mega-SUV Escalade einmal absieht.

GMC hat im Prinzip nur große SUVs und Pick-up-Trucks im Angebot.

Die meisten Modelle von Buick dürften Opel-Fahrern jedoch hierzulande sehr bekannt vorkommen, denn die US-Marke hatte General Motors zuletzt zu einer Opel-Schwestermarke umgebaut. Und so handelt es sich beispielsweise bei einem Buick Encore im Prinzip um einen Opel Mokka X und bei einem Buick Regal um einen Opel Insignia.

General Motors im TV: Das „A-Team“ geht ab 1983 im GMC Vandura auf Verbrecherjagd

Fans der 80-Jahre-Fernsehserie „A-Team“ (1983–1987) dürfte die Marke GMC jedoch ein Begriff sein. Denn den Protagonisten John „Hannibal“ Smith, B.A. Baracus, H. M. Murdock und Templeton „Faceman“ Peck diente ein aufgemotzter GMC-Van des Typs Vandura als Standard-Gefährt. Was für Magnum sein Ferrari 308 GTS und für Michael Knight sein (stark modifizierter) Pontiac Firebird Trans Am war, war für das A-Team der GMC Vandura.

Für die Serienmacher dürfte es gar nicht so einfach gewesen sein, ein „cooles“ Gefährt für ein gleich vierköpfiges Helden-Team zu finden, das noch dazu ständig auf der Flucht ist. Die vier ehemaligen Soldaten werden in der TV-Serie nämlich von der Militärpolizei gejagt – wegen eines Verbrechens während des Vietnamkrieges, das sie aber natürlich gar nicht begangen haben. Dennoch hilft das Quartett – meist einfachen – Menschen, die von Kriminellen bedroht werden – und oft spielt dabei der GMC Vandura von eine tragende Rolle. Gelenkt wurde der schwarze GMC Vandura mit roten Felgen, rotem Dachspoiler und dem roten Streifen an Seite und Front in der Regel von B.A. Baracus. Der GMC Vendura als A-Team-Transporter gehört mit Sicherheit in die Liga der berühmtesten Film-Autos.

Ein Wirtschaftskrimi nimmt seinen Lauf: General Motors und der spanische „Kostenkiller“ José Ignacio López

Auch einer der größten Wirtschaftskrimis in der Geschichte des Automobilbaus ist mit dem Unternehmen General Motors verbunden: die sogenannte López-Affäre. Der spanische Manager José Ignacio López (80) legte bei dem US-amerikanischen Autobauer in den 1980er-Jahren eine steile Karriere hin. Seine Spezialität war es, bei Zulieferern die Kosten von Bauteilen extrem zu drücken, um dadurch für seinen Arbeitgeber immense Einsparungen herauszuholen.

Der Spanier drehte derart vehement an der Kostenschraube, dass es am Ende bei den zugelieferten Teilen häufig zu starken Qualitätseinbußen kam – dieses Phänomen nannte man später den „López-Effekt“. Als „Krieger“ und „Kostenkiller“ wurde der Spanier in der Autobranche bezeichnet – und er war gefürchtet.

Jose Ignacio Lopez im Mai 1993 neben Ferdinand Piëch vor Mikrofonen.
Der „Kostenkiller“ Jose Ignacio Lopez (links) und der damalige VW-Chef Ferdinand Piëch im Mai 1993. © Holger Hollemann/dpa

Im Jahr 1987 stieg José Ignacio López bei der damaligen GM-Tochter Opel zum Leiter des Ressorts Produktion und Einkauf auf. Schon ein Jahr darauf wurde er zum Chefeinkäufer von General Motors Europe befördert. Der nächste Karriereschritt folgte 1992 als José Ignacio López zum Executive Vice President für den weltweiten Einkauf von General Motors ernannt wurde.

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft: Angeblich wandern kartonweise Akten von GM und Opel zu Volkswagen

Der eigentliche Skandal nahm seinen Lauf, als José Ignacio López zu Volkswagen wechselte. Dem damaligen Volkswagen-Chef Ferdinand Piëch (82, †2019) war es gelungen, den Spanier samt einiger seiner engsten Mitarbeiter abzuwerben. An seinem neuen Arbeitsplatz machte der Spanier seinem Ruf alle Ehre – und erarbeitete sich schnell den Spitznamen der „Würger von Wolfsburg“.

Angeblich wechselten aber nicht nur einige GM-Mitarbeiter und José Ignacio López den Arbeitgeber, sondern mit ihnen gleich kartonweise Akten mit Informationen über Einkaufspreise von Bauteilen von Opel- und GM-Modellen. General Motors vermutete den Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen sowie Industriespionage. In der Folge ermittelte über mehrere Jahre die Darmstädter Staatsanwaltschaft. Die Ermittlungen wurden schließlich eingestellt.

Doch auch vor einem Gericht in Detroit reichte General Motors Klage ein – dort allerdings aufgrund des RICO-Acts wegen Geheimnisverrats und krimineller Verschwörung. Am Ende stand ein Vergleich: Ferdinand Piëch musste José Ignacio López zum Rücktritt drängen, außerdem musste Volkswagen 100 Millionen US-Dollar Schadenersatz an GM zahlen. Zusätzlich wurden die Wolfsburger verpflichtet, für eine Milliarde US-Dollar Bauteile von General Motors zu kaufen.

Schwere Krise: Trotz Sanierungsmaßnahmen muss General Motors im Jahr 2009 Insolvenz anmelden

Ab der zweiten Hälfte der 2000er-Jahre geriet General Motors in eine schwere Krise. Wegen extrem gestiegener Benzinpreise brachen die Verkäufe von schweren und spritschluckenden Fahrzeugen wie Pick-up-Trucks, SUVs und Vans ein. Die 2007 beginnende Finanzkrise verschärfte die Situation zusehends, weil potenzielle Autokäufer kaum noch Kredite bekamen.

General Motors sah sich zu drastischen Sanierungsmaßnahmen gezwungen: Diverse Marken wurden beerdigt oder verkauft, zehntausende Arbeitsplätze wurden gestrichen. Doch trotz aller Bemühungen fuhr der Autobauer weiter Milliardenverluste ein. Ende März 2009 musste schließlich auf Druck der US-amerikanischen Regierung der damalige GM-Chef Rick Wagoner mit sofortiger Wirkung zurücktreten. Am 1. Juni 2009 meldete General Motors Insolvenz an.

Im Rahmen einer Notverstaatlichung übernahmen die USA und Kanada einen Großteil der Aktien. Bis zum Dezember 2013 wurde GM durch den Verkauf der Anteile im staatlichen Besitz wieder privatisiert. Die staatliche Rettungsaktion kostete den Steuerzahler am Ende unter dem Strich rund 12 Milliarden US-Dollar.

„Zündschloss-Debakel“: 2014 muss General Motors Millionen Fahrzeuge zurückrufen

Schon wenige Jahre nach der Insolvenz musste General Motors erneut einen herben Rückschlag hinnehmen: Wegen defekter Zündschlösser war der US-amerikanische Autobauer zu Beginn des Jahres 2014 gezwungen, rund 2,6 Millionen Fahrzeuge zurückrufen. Der Grund: Während der Fahrt sprangen Zündschlösser gelegentlich in die Aus-Position, wodurch sich Motor und Elektronik ausschalteten. Infolge dessen verloren auch Lenkung, Bremsen und Airbags ihre Funktion.

Durch das sogenannte „Zündschloss-Debakel“ kam es zu zahlreichen Unfällen – dabei kamen auch Menschen ums Leben. 2015 kündigte General Motors an, für rund 80 tödliche und 148 nicht-tödliche Unfällen, die durch defekte Zündschlösser verursacht worden waren, eine Entschädigung zahlen zu wollen.

General Motors und Opel: Über Jahrzehnte feiert die Rüsselsheimer Tochter große Erfolge – dann beginnt der Abstieg

Den deutschen Autobauer Opel übernahm General Motors bereits im Jahr 1929 zum Großteil: Wilhelm von Opel (77, †1948) und sein Bruder Friedrich Opel (63, †1938) verkauften zunächst 80 Prozent an den US-amerikanischen Autobauer – bis zum Jahr 1931 übernahm General Motors Opel dann komplett.

Während des Zweiten Weltkrieg kam es dann zu einer skurrilen Situation: General Motors belieferte beide Kriegsparteien. In den USA wurde die US-Army von General Motors mit Lastwagen versorgt, im Deutschen Reich wurde die Wehrmacht von der GM-Tochter Opel mit Fahrzeugen ausgestattet. Unter anderem produzierte Opel den wichtigsten Lkw für die Wehrmacht: den Blitz „S“ (Standard).

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte Opel in Deutschland – besonders in den 60er, 70er, und 80er-Jahren – goldene Zeiten, danach begann der langsame Abstieg aus dem Olymp der deutschen Autobauer. Es gab Qualitätsprobleme, die Absätze gingen zurück.

Als Ende der 2000er-Jahre der Mutterkonzern General Motors in eine schwere wirtschaftliche Krise geriet und schließlich Insolvenz anmelden musste, stand Opel kurz vor dem Verkauf – die Übernahme durch den Automobilzulieferer Magna International schien 2009 schon in trockenen Tüchern. Doch am Ende wurde der Verkauf gestoppt. Opel blieb weiter eine Tochter des US-Konzerns General Motors.

Die Trennung: General Motors verkauft seine Tochter Opel an den französischen PSA-Konzern

Ein knappes Jahrzehnt später kam es dann doch zur Trennung: 2017 übernahm die französische Groupe PSA die Adam Opel AG und die englische Schwestermarke Vauxhall Motors für etwa 1,3 Milliarden Euro.

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