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Fiat Panda: Trussardi, Easy, Lounge – der italienische Kleinstwagen und seine Ausstattungsvarianten

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Von: Sebastian Oppenheimer

1980 kam das italienische Kultauto Fiat Panda auf den Markt. Der Kleinstwagen war minimalistisch gestaltet und spartanisch ausgestattet. Beim aktuellen Modell ist das anders.

Turin – Minimalistisch, funktional, spartanisch – diese drei Attribute beschreiben insbesondere die erste Generation des Fiat Panda nahezu perfekt. Der italienische Kleinstwagen stammt aus der Feder des Designers Giorgetto Giugiaro (82) – der unter anderem auch automobile Stilikonen wie den Lotus Esprit und den VW Golf I zeichnete – und kam im Jahr 1980 auf den Markt. Der Autohersteller Fiat ist eine Tochtergesellschaft von Fiat Chrysler Automobiles (FCA) und hat seinen Sitz in Turin.

Ein roter Fiat Panda der ersten Generation (Typ 141) steht auf einer Wiese.

Quadratisch, praktisch, spartanisch: der Fiat Panda der ersten Generation. © Fiat Chrysler Automobiles

Mittlerweile ist die dritte Generation des Fiat Panda (Typ 312/319) auf dem Markt, die bereits seit dem Jahr 2011 gebaut wird – mit dem Ursprungsmodell hat diese Version optisch kaum noch etwas gemein. Gebaut wird der Fiat Panda der dritten Generation im ehemaligen Alfa-Romeo-Werk Pomigliano d‘Arco (Neapel).

Traditionell wird der Fiat Panda häufig als Sondermodell angeboten. So ist die aktuelle Generation beispielsweise als Sondermodell Fiat Panda Trussardi erhältlich. Die Variante basiert auf dem Fiat Panda City Cross und beinhaltet unter anderem einige optische Dekorelemente. Beispielsweise ist das Logo von Trussardi auf den Felgen, den Seitenzierleisten und am Seitenfenster angebracht. Auch im Innenraum wurde dem italienischen Modekonzern Rechnung getragen: Auf dem Lenkrad, den Sitzbezügen und den Fußmatten prangt ebenfalls das Trussardi-Zeichen – auch in den Sicherheitsgurten ist ein Trussardi-Schriftzug eingewebt.

Der spanische Formel-1-Fahrer Fernando Alonso bei der Präsentation des neuen Fiat Panda (Typ 312/Typ 319) im Jahr 2012.

Formel-1-Fahrer Fernando Alonso präsentiert 2012 die neueste Generation des Fiat Panda. © Matteo Bazzi/dpa

Im Jahr 2018 war außerdem ein Fiat Panda Sondermodell namens Waze erhältlich. Im Fiat Panda Waze war die Smartphone-App Waze – die beispielsweise hilft, Staus zu umfahren – bereits in die Fiat-Panda-App Uconnect integriert.

In diesen Varianten ist der Fiat Panda unter anderem aktuell erhältlich:

ModellBasispreis
Fiat Panda Easy10.990 Euro
Fiat Panda Lounge11.990 Euro
Fiat Panda City Cross Plus14.490 Euro
Fiat Panda City Cross13.490 Euro
Fiat Panda Trussardi15.990 Euro
Fiat Panda Hybrid Launch Edition15.190 Euro
Fiat Panda 4x416.490 Euro
Fiat Panda Cross 4x418.980 Euro

Als Antriebsvarianten stehen beim Fiat Panda neben den Benzinmotoren auch bivalente Versionen mit Benzin und LPG (Autogas) sowie mit Benzin und Erdgas zur Auswahl. Auch ein Hybrid-Modell ist erhältlich – dabei handelt es sich aber nicht um einen Plug-in-Hybrid (der an einer Steckdose aufgeladen werden kann), sondern um einen Mild-Hybrid. Das bedeutet, der E-Motor lädt die kleine Batterie an Bord immer wieder auf, indem beim Bremsen und Bergabfahren Energie rekuperiert wird.

Mit einer Automatik wird der Fiat Panda aktuell nicht angeboten – bestellbar ist der kleine Italiener nur mit einer Fünfgang- beziehungsweise Sechsgang-Handschaltung.

Der Praktiker: Nur wenige Autos sind so simpel gestaltet wie die erste Generation des Fiat Panda

Die erste Generation des Fiat Panda (Typ 141) wurde mehr als 20 Jahre lang gebaut: von 1980 bis 2003. Weil das Auto extrem einfach gestaltet war, konnte es zu einem eine sehr niedrigen Preis angeboten werden. In Italien war der Fiat Panda im Jahr 2000 für rund 5000 Euro erhältlich.

So besteht die erste Generation des Fiat Panda (Typ 141) fast nur aus glatten Flächen, selbst die Fensterscheiben sind plan. Mit Stoff bespannte Stahlrohrahmen dienen als Sitze und erinnern eher an Campingstühle. Als Vorgängermodell des Fiat Panda gilt der Fiat 126.

Angeboten wurde der Fiat Panda ausschließlich als Dreitürer – optional war ein zweiteiliges Faltdach erhältlich. Der kleinste bestellbare Motor war ein luftgekühlter Parallel-Twin mit 650 cm³ Hubraum und einer Leistung von 22 kW (30 PS), der noch aus dem Vorgänger-Modell Fiat 126 stammte.

Ein weißer Fiat Panda 4x4 (Allradantrieb) der ersten Generation (Typ 141) steht auf einer Wiese.

Kleinstwagen mit Allradantrieb sind rar gesät – doch der Fiat Panda 4x4 gehört zu dieser seltenen Spezies. © Fiat Chrysler Automobiles

Im Jahr 1983 brachte Fiat den geländegängigen Fiat Panda 4x4 mit zuschaltbarem Allradantrieb auf den Markt. Den Allradantrieb hatte Steyr Puch in Graz entwickelt, der Fiat Panda 4x4 wurde auch in Österreich montiert.

Größere Auswahl: Mitte der 1980er-Jahre gibt es den Fiat Panda auch als Diesel und mit einer Automatik

Ab 1986 wurden im Fiat Panda die damals neu entwickelten FIRE-Motoren („Fully Integrated Robotized Engine“) verbaut. Diese gab es mit verschiedenen Hubraum-Größen mit einer Leistung von 25 bis 40 kW (34 bis 55 PS). Ebenfalls ab 1986 war der Fiat Panda auch als Diesel erhältlich: Der 1,3-Liter-Dieselmotor mit einer Leistung von 29 kW (39 PS) stammte aus dem Fiat Uno. Der Fiat Panda war auch mit Automatik zu haben – und zwar als Fiat Panda Selecta.

Während der gesamten Bauzeit gab es unzählige Sondermodelle wie etwa den Fiat Panda Primavera (1982), den Fiat Panda Bianca (1985), den Fiat Panda Sergio Tacchini (1990) oder den Fiat Panda Eleganza (1992).

Von der damaligen Konzerntochter Seat wurde der Fiat Panda von 1980 bis Mitte 1985 unter der Bezeichnung Seat Panda gebaut – die Fahrzeuge waren im Grunde identisch. Mit veränderter Front lief der Fiat Panda ab Mitte 1985 dann als Seat Marbella vom Band und wurde bis Ende 1998 weiter produziert.

Wegen seines funktionalen Designs und der minimalistischen Ausstattung nennt man den Fiat Panda oft in einer Reihe mit Fahrzeugen wie dem Citroën 2CV (in Deutschland „Ente“ genannt) und dem Renault 4. Ein Fahrzeug ähnlicher Konzeption wäre heutzutage beispielsweise der Dacia Duster.

Die zweite Generation: 2003 kommt der Nouvo Panda auf den Markt – und hat kaum noch etwas mit seinem Vorgänger gemeinsam

2003 kam dann die zweite Generation des Fiat Panda (Typ 169) auf den Markt – die auch als Nuova Panda bezeichnet wurde. Allerdings hatte der Nachfolger mit seinem Vorgänger – dem Fiat Panda Typ 141 – außer dem Namen so gut wie nichts mehr gemeinsam. Der Nouvo Panda rollte in Tychy in Polen vom Band.

Eigentlich sollte das Auto Fiat Gingo heißen – unter diesem Namen wurde es auch im Jahr 2003 auf dem Autosalon in Genf vorgestellt. Am Ende entschied man sich aber dann doch wieder für den Namen Fiat Panda.

Zwei Models präsentieren am 05.03.2003 auf dem Genfer Autosalon den neuen Fiat Gingo. Das Auto ist eigentlich die zweite Generation des Fiat Panda und wird später wieder umgetauft.

Kurios: Die zweite Generation des Fiat Panda wurde 2003 zunächst als Fiat Gingo präsentiert. © Bernd Hanselmann/dpa

Die Motorisierungen des Fiat Panda der zweiten Generation starteten bei 40 kW (55 PS), auch ein Turbodiesel mit 51 kW (70 PS) war erhältlich. Auch beim Nuovo Panda wurde wieder eine Version mit Allradantrieb unter dem Namen Fiat Panda 4x4 angeboten.

Ab dem Jahr 2007 gab es den Fiat Panda auch in einer mit Erdgas betriebenen Variante unter der Bezeichnung Fiat Panda „Natural Power“. Das Fahrzeug basierte auf der Bodengruppe des Fiat Panda 4x4, wodurch der Einbau eines Unterflurtanks möglich wurde.

Angetrieben wurde der Erdgas-Panda von einem 1,2-Liter-Vierzylinder-Motor, der bivalent ausgelegt war – diese Version des Fiat Panda konnte wahlweise mit Benzin oder Erdgas betrieben werden.

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