E-Klasse mit langen Wurzeln

Die Mercedes-Benz E-Klasse: Vom Kombi bis zum Cabrio - jetzt auch als Hybrid

  • Jan Schmidt
    vonJan Schmidt
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Die erste offizielle E-Klasse ist die zweite Auflage des W124. Dieser kam 1993 auf den Markt. Doch die Ahnengalerie reicht zurück bis in die Vorkriegszeit.

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Stuttgart – 1931 präsentierte Mercedes den Typ 170, intern auch W15 genannt. Es war das erste Mercedes-Modell mit vorderer und hinterer Einzelradaufhängung. Angetrieben wurde der Mercedes Typ 170 von einem 1,7-Liter-Reihen-Sechszylinder mit einer Leistung von 32 PS.

Sein Nachfolger war der Typ 170 V, der intern die Bezeichnung W136 hatte. Er hatte bei gleichem Hubraum zwei Zylinder weniger. Dennoch leistete sein Vierzylinder mit 38 PS mehr als sein Vorgänger.

Mercedes-Benz Typ 170 V Cabrio aus dem Jahr 1939

Als einziges Vorkriegsmodell baute Mercedes den W136 nach dem Krieg weiter.

Mercedes-Benz „Ponton“ mit selbsttragender Karosserie

Erst 1953 wurde er vom völlig neu konstruierten Typ 180 abgelöst. Dieser intern auch W120 genannte Wagen, war die erste Mercedes-Baureihe, die eine selbsttragende Karosserie aufwies.

Mercedes „Ponton“ mit selbsttragender Karosserie

Außerdem sorgte der ein Jahr später vorgestellte Mercedes 180 D für die Verbreitung des Dieselmotors. Vor allem als Taxi waren die Limousinen der oberen Mittelklasse sehr beliebt. Im Volksmund wurde der Typ 180 auch „Ponton“ genannt.

Sein Nachfolger war die sogenannte „kleine Heckflosse“. Die Baureihe W110 kam 1961 auf den Markt und setzte in Hinsicht auf die passive Sicherheit neue Maßstäbe.

Der Mercedes-Benz W110 kam 1961 auf den Markt.

Eine stabile Fahrgastzelle und wirksame Knautschzonen hielten Einzug in die Serienfertigung. Zur Markteinführung gab es den 190 und den 190 D. Ersterer hatte einen 1,9-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 80 PS. Der 190 D wurde von einem 2,0-Liter-Diesel mit 55 PS angetrieben.

1968 kam der „Strich-Acht“ auf den Markt. Die internen Bezeichnungen waren für die Sechszylinder-Modelle W114 und für die Vierzylinder- und Fünfzylinder-Modelle W115. Neben der Limousine gab es erstmals auch eine Coupé-Version.

Der „Strich-Acht“ besticht noch heute durch seine klare Linienführung.

Angetrieben wurde der „Strich-Acht“ im 200er von einem 2,0-Liter-Benziner mit 95 PS. Darüber rangierte der 220er – ein 2,2-Liter-Benziner mit 105 PS. 1973 kam der 230er mit 2,3 Liter Hubraum und 110 PS. Parallel gab es es auch den 230.6: Ein 2,3-Liter-Sechszylinder mit 120 PS. Das Topmodell Mercedes 280 CE Coupé hatte einen 2,8-Liter-Sechszylinder mit 185 PS. Bei den Dieselmotoren reichte die Palette vom 200 D mit 55 PS bis zum 240 D 3.0 mit 80 PS.

Mercedes-Benz W123: Erstes T-Modell als Kombiversion

Ab 1976 sorgte die Baureihe W123 für frischen Wind in der oberen Mittelklasse. Während die Motoren hauptsächlich vom Vorgänger übernommen wurden, neu war lediglich der 2,5-Liter-Sechszylinder mit 129 PS im 250er. 1977 stellte Mercedes der Limousine – wie schon vom Vorgänger gewohnt – ein Coupé zur Seite.

Der Mercedes-Benz W123 kam 1976 auf den Markt.

Im gleichen Jahr feiert jedoch auch eine andere Karosserie-Variante Premiere: Das erste T-Modell. Die Kombiversion wird schon bald zum Bestseller, verbindet sie doch einen großen Laderaum mit dem gewohnt hohen Komfortanspruch der Limousinen aus Stuttgart. Ab 1978 überarbeitete Mercedes-Benz die Motorenpalette der oberen Mittelklasse gründlich. Unter anderem kam 1981 der aufgeladene Fünfzylinder-Dieselmotor OM 617 im Typ 300 D Turbodiesel mit 125 PS zum Einsatz.

Im November 1984 feiert die Baureihe W124 ihre Premiere. An den Start geht sie mit den Typen 200 D, 250 D, 300 D, 200, 230 E, 260 E und 300 E. Zur Limousine, dem T-Modell und dem Coupé gesellt sich ab 1991 auch noch ein viersitziges Cabrio. Beim Debüt folgt Mercedes-Benz in Sachen Typenbezeichnung noch dem klassischen Muster, 1993 erhält die mittlere Baureihe dann den Namen E-Klasse.

Zu den gewohnten Antrieben kommt der automatisch schaltende Allradantrieb 4MATIC hinzu. Außerdem halten ab 1990 erstmalig V8-Motoren Einzug in die mittlere Baureihe von Mercedes-Benz. Den Anfang macht der 500 E mit dem 5,0-Liter-V8 aus dem 500 SL. Die 326 PS starke Limousine wird in Kooperation mit Porsche entwickelt und gefertigt.

Neue Bezeichnung: Ab 1993 wurde aus dem 500 E der E 500.

Mit dem Verkaufsbeginn der stilistisch überarbeiteten Modellpflege tritt im Juni 1993 für die Baureihe 124 eine neue Nomenklatur in Kraft. Analog zur S-Klasse und zur neuen C-Klasse heißt die mittlere Klasse jetzt E-Klasse. Auch die Typenbezeichnungen folgen damit nun einem modifizierten System, bei dem ein Buchstabenkürzel die Klassenzugehörigkeit dokumentiert. Darauf folgt eine dreistellige Zahl, die nach wie vor auf dem Hubraum basiert. Das früher übliche „E“ als Zusatzkennzeichnung für Ottomotoren mit Einspritzung entfällt, da es keine Vergasermotoren mehr im Programm gab.

Als Nachfolger der erfolgreichen Baureihe W124 kam im Mai 1995 die E-Klasse der Baureihe W210 auf den Markt. Die T-Modell genannte Kombiversion kam ein Jahr später dazu. Coupé und Cabrio wurden fortan unter der Modellbezeichnung „CLK“ angeboten. Besonderes Erkennungszeichen der neuen E-Klasse waren die elliptischen Doppelscheinwerfer in der Front.

Das Vier-Augen-Gesicht wurde zum Erkennungsmerkmal der E-Klasse.

Als sportliches Topmodell fungierte der E 50 AMG, dessen 5,0-Liter-V8 eine Leistung von 347 PS bot. Mit der großen Modellpflege im August 1999 erhielt die E-Klasse unter anderem Außenspiegel mit integrierten Blinkern.

Mercedes-Benz W211 mit optionalem „Abstandsradar“

2002 wurde die Baureihe W211 vorgestellt. Neben der neuen Karosserie mit noch günstigerem Luftwiderstandsbeiwert (0,26) punktete der W211 vor allem mit seinem Sicherheitskonzept. Neben der Verwendung von hochfesten Stählen, stand vor allem das aus der S-Klasse übernommene Abstandsradar „Distronic“ im Mittelpunkt. Damit war es zum ersten Mal in der gehobenen Mittelklasse möglich, dem vorausfahrenden Fahrzeug automatisiert zu folgen. Der Regelbereich begann bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h und endete bei 180 km/h. In diesem Geschwindigkeitsbereich folgte die E-Klasse dank einer Radarantenne im Kühlergrill dem vorausfahrenden Fahrzeug unter Einhaltung des Sicherheitsabstands automatisch. Daneben wurde – ebenfalls optional – ein aktives Kurvenlicht angeboten.

Mercedes-Benz W211 mit abgewandeltem „Vier-Augen-Gesicht“

Antriebstechnisch ist vor allem der neue E 55 AMG hervorzuheben. Neben der Hubraumerhöhung von 5,0 auf 5,5 Liter ist es dem zusätzlichen Kompressor zu verdanken, dass die Maschine nun atemberaubende 476 PS leistete. Damit beschleunigte die E-Klasse in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h.

Im Jahr 2009 wurde die Baureihe W211 vom W212 abgelöst. Durch intensive Entwicklung im Windkanal konnte die Aerodynamik noch weiter verbessert werden. Auch dank automatisch geregelter Lüfterjalousie im Kühlergrill konnte der Luftwiderstandsbeiwert auf 0,25 gesenkt werden. Dadurch konnten sowohl die Verbrauchswerte als auch die Windgeräusche optimiert werden. Alle Benziner arbeiten von nun an als Direkteinspritzer, wodurch das Leistungsangebot gesteigert und die Verbrauchswerte gesenkt werden konnten. Coupé und Cabrio wurden zwar als E-Klasse angeboten, basieren aber auf der Plattform der C-Klasse.

W212: Nach der Modellpflege waren die Scheinwerfer in einer Einheit untergebracht.

Im Januar 2013 wurde auf der Detroit Motor Show eine umfangreiche Modellpflege der E-Klasse präsentiert. Die eckigen Doppelscheinwerfer wichen zusammengefassten Einheiten. Erstmals konnten optional Voll-LED-Scheinwerfer geordert werden.

Seit 2016 wird die E-Klasse der Baureihe W213 angeboten. Neben dem T-Modell gibt es nun auch eine Kombiversion mit SUV-Anleihen – bei Mercedes-Benz auf den Namen „All-Terrain“ getauft. Das neue Cross-Over-Modell zeichnet sich durch eine erhöhte Bodenfreiheit, optisch durch Anbauteile im SUV-Stil und technisch durch serienmäßigen Allradantrieb aus.

Der Mercedes-Benz „All-Terrain“ schlägt die Brücke zwischen normalen Pkw- und SUV-Modellen.

Ab 2017 gibt es nun auch wieder auf E-Klasse-Basis ein Coupé und ein Cabrio. Neben den vielfältigen Angebot an Benzin- und Dieselmotoren gibt es auch drei Hybrid-Modelle – zwei auf Basis von Vier- und Sechszylinder-Benzinern und einen auf Basis des E 300 d.

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