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Daimler AG: Der Mercedes-Benz-Konzern – Aktie, Tochterunternehmen und der Standort Stuttgart

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Von: Sebastian Oppenheimer

Die Daimler AG ist die Muttergesellschaft das weltbekannten Stuttgarter Autobauers Mercedes Benz. Andere Tochterfirmen produzieren Busse und Lkw.

Als Gründungsjahr der Daimler AG gilt das Jahr 1998. Damals entstand die DaimlerChrysler AG durch eine Fusion vom Daimler-Benz und Chrysler. Die Ursprünge datieren jedoch deutlich früher. Carl Benz (84, †1929) gründete seine Benz & Cie., Rheinische Automobil- und Motorenfabrik AG bereits 1883. Gottlieb Daimler (65, †1900) startete mit Partnern 1890 die Daimler-Motoren-Gesellschaft. Daimler patentierte die Marke Mercedes im Jahr 1902. Benz und Daimler fusionierten 1926 zur Daimler-Benz AG, die bis 1998 einen klangvollen Namen im Automobilbau hatte.

Unter der Führung von Jürgen Schrempp (75) fusionierte der Stuttgarter Autohersteller mit der Chrysler Corporation aus den USA. Die Hoffnung, dass der Autogigant effizienter produzieren konnte, erfüllte sich nicht. Im Gegenteil: Der Wert von Daimler und Chrysler sank deutlich. Schrempps Nachfolger Dieter Zetsche (66) zerschlug den Weltkonzern. Für Chrysler fanden die Stuttgarter in Fiat einen Käufer. Der Rest erhielt auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 4. Oktober 2007 den Namen Daimler AG. Dazu musste der Name Daimler zunächst von Ford für 20 Millionen Euro gekauft werden. Die Amerikaner nutzten bis dahin den Markennamen für Modelle ihrer britischen Nobel-Tochter Jaguar. Das Logo von Daimler ist eine eingetragene Wortmarke in der Schriftart Daimler CA.

Die Daimler AG: auf dem Weg vom Autobauer zum Mobilitätskonzern

Das Image des schwäbischen Autobauers litt während der gemeinsamen Zeit mit Chrysler stark. Dieter Zetsche stabilisierte den neu entstandenen Konzern. Ein Alleinstellungsmerkmal behielt er aber bei: Daimler besitzt als einziger Autohersteller in Deutschland ein umfassendes Portfolio vom Pkw über den Lkw bis zum Bus. Kritiker werfen Dieter Zetsche allerdings vor, bei den Stuttgartern nicht wirklich die Weichen für die Zukunft gestellt zu haben. Diese Aufgabe obliegt nun wohl dem Schweden Ola Källenius (50), der seit 22. Mai 2019 Vorstandvorsitzender der Daimler AG ist.

Dieter Zetsche Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, und sein Nachfolger Ola Källenius stehen zu Beginn der Daimler Hauptversammlung gemeinsam auf dem Podium für die Fotografen.
Dieter Zetsche (links) und sein Nachfolger als Daimler-Chef, Ola Källenius. © Michael Kappeler/dpa

Vorteilhaft ist, dass Ola Källenius bereits seit 1993 im Unternehmen arbeitet und so das Innenleben des Konzerns wie kein Zweiter kennt. Der Schwede will das Unternehmen langfristig zu einem CO2-freien Hersteller entwickeln. Er setzt beim unter Dieter Zetsche begonnenen harten Sparkurs neue Akzente. Ola Källenius straffte die bisher fünf Sparten und gründete drei Tochtergesellschaften. Pkws und Vans produzieren die Stuttgarter zukünftig unter dem Dach der Mercedes-Benz AG. Lkws und Busse führte der Konzern in der Daimler Truck AG zusammen. Der Daimler Financial Service ging in der Daimler Mobility AG auf. Neben Dienstleistungen für die Fahrzeugfinanzierung gehören das Flottenmanagement und zukunftsweisende Mobilitätsdienstleistungen in dieses Segment. Damit ebnete Ola Källenius den Weg zu einem modernen Dienstleister rund um die Mobilität. 2019 erzielte der Konzern einen Umsatz in Höhe von 172,7 Milliarden Euro.

Daimler AG: Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans sind sind der Mercedes-Benz AG vereint

Den klangvollsten Namen der drei Töchter der Daimler AG hat die Mercedes-Benz AG. Sie vereint die Pkws (Mercedes-Benz Cars) und Vans (Mercedes-Benz Vans) unter einem Dach. Mercedes-Benz zählt zu den größten Premium-Herstellern der Welt. Rund 175.000 Mitarbeiter arbeiten für das Unternehmen. Sie stellen folgende Modellvarianten her:

Auch die Marke smart gehört zu Mercedes-Benz, besitzt aber einen eigenen Markenauftritt. Die Tochter der Daimler AG besitzt mit Mercedes-AMG eine Submarke, die seit vielen Jahren für sportliches Fahren steht. Äußerst luxuriös ist das Image des Mercedes-Maybach. Die Zukunft gehört alternativen Antrieben. Sie fasste Mercedes-Benz in der Submarke EQ zusammen.

smart EQ forfour fahrend
Auch die Marke smart gehört zur Daimler AG. © Daimler AG

Mercedes-Benz hat für den Bereich Cars 17 Produktionsstandorte in sieben Ländern. Das Werk in Sindelfingen besteht bereits seit 1915. Mit der Factory 56 gehört es zu den modernsten Produktionslinien der Welt. In Sindelfingen entsteht auch die Edelmarke Mercedes-Maybach. Bereits 1904 wurde das Werk am Sitz der Konzernzentrale, Stuttgart-Untertürkheim gegründet. Das Werk wird zukünftig auch Batterien für Elektroautos und Plug-in-Hybride herstellen.

Aus Affalterbach kommen die Modelle von Mercedes-AMG. Das größte Werk von Mercedes Vans steht in Düsseldorf. Außerdem entstehen in Ludwigsfelde sowie in neun weltweit verstreuten Produktionsstandorten Fahrzeuge oder Komponenten. Der Verkaufsschlager von Mercedes Vans heißt Sprinter. Er gehört zu den beliebtesten Transportern der Welt.

Daimler AG: Auch die Daimler Truck AG ist Teil des Konzerns

Die Nutzfahrzeuge entstehen in der Daimler Truck AG. An 24 Produktionsstandorten entstehen Fahrzeuge für mehrere Marken:

Freightliner und Western Star werden in den USA gebaut. Einer der größten Hersteller Asiens ist FUSO. BharatBenz produziert für den indischen Markt. Die Stuttgarter bauten 2018 weltweit über ein halbe Million Nutzfahrzeuge. Daimler ist bei den Lkw über sechs Tonnen der größte Hersteller der Welt. Das Herz des Lkw-Baus schlägt in Wörth am Rhein. Im Mercedes-Werk verlassen täglich durchschnittlich gut 470 Fahrzeuge das Band. Es ist das größte Lkw-Montagewerk der Welt. Daimler besitzt noch einen Rekord: Das Werk in Gaggenau wurde bereits 1894 gegründet. Damit ist es das älteste Automobilwerk der Welt. Heute dient das Werk als Kompetenzzentrum für mechanische und automatisierte Lkw-Getriebe.

Daimler Buses ist die Bus-Abteilung der Daimler Truck AG. Vier Marken stehen zur Auswahl:

Thomas Built baut unter anderem die legendären US-Schulbusse. Die Erfolgsgeschichte von Setra begann 1950. Seit 1995 gehört die Marke zu Daimler. In Europa gibt es sechs Produktionsstandorte:

Daimler AG: Das ist der Standort Stuttgart

Stuttgart ist das Zentrum aller Aktivitäten der Daimler AG. Die Zentrale sitzt in Stuttgart-Untertürkheim. Von der Adresse Mercedesstraße 120 aus lenkt der Vorstand den Weltkonzern. Der Konzern hat Produktionsstandorte und Niederlassungen in 49 Ländern. Gleich neben der Zentrale schlägt das Herz der Mercedes-Benz AG.

Rund 19.000 Menschen arbeiten im Stammwerk. Die Gründung erfolgte 1904. Künftig wird Untertürkheim zum Zentrum der Batterieproduktion. Das Werk hat damit für die Entwicklung von Autos mit alternativen Antrieben eine zentrale Bedeutung. Zum Bereich Forschung gehört die Steilwandkurve für die Fahrzeugerprobung. Das Werk liegt direkt am Neckar. Über die Bundesstraße 14 und Bundesstraße 10 verfügt es über eine Verkehrsanbindung und besitzt einen direkten Bahnanschluss.

Einen Steinwurf entfernt befindet sich das Werk Bad Cannstadt, das Motoren herstellt. Außerdem steht hier eine Schmiede. Zwischen beiden Werken befindet sich das Mercedes-Benz-Stadion, in dem der VfB Stuttgart seine Heimspiele austrägt. Südlich des Werkes in Untertürkheim liegen das Mercedes-Benz-Werk Hedelfingen, die Ausbildung in Brühl und eine flexible Fertigung in Sirnau. Daimler ist ein bedeutender Arbeitgeber in Stuttgart. Aufgrund der breiten Produktpalette und der vielschichtigen Forschung gibt es bei Daimler für Menschen vieler Berufsgruppen optimale Chancen für die Karriere. Benötigt werden Verwaltungsangestellte, Arbeiter, Ingenieure, Wissenschaftler und Ökonomen. Stellenangebote veröffentlicht Daimler auf der Konzern-Internetseite und auf den Internetauftritten der Tochterunternehmen Mercedes-Benz AG, Daimler Truck AG und Daimler Mobility.

Daimler AG: So entwickelte sich die Daimler-Aktie

Ende 2019 waren gut eine Milliarde Aktien der Daimler AG auf dem Markt. Nur 30,2 % der Anteile hielten deutsche Anleger. Inklusive der Europäer außerhalb Deutschlands befindet sich Daimler zu 57,9 % in europäischer Hand. Dahinter folgen Anleger aus Asien (16,7 %), den USA (15,4 %) und Kuwait (6,8 %). Bei den Einzelaktionären sind dies die größten Investoren:

Institutionelle Anleger (Banken, Versicherungen, Fonds) halten 54,1 % der Anteile. 21,3 % sind in der Hand privater Anleger. Die Aktie wird in Frankfurt und Stuttgart gehandelt. Die Deutsche Börse führt das Wertpapier im Dax, dem Börsenindex mit den 30 wertvollsten Unternehmen Deutschlands. Nach der Gewichtung steht die Daimler-Aktie mit 3,95 % als neunte knapp im obersten Drittel. Die Gewichtung sank zuletzt deutlich. Im europäischen Euro STOXX 50 liegt das Wertpapier mit einer Gewichtung von 1,55 % auf Platz 29, also im Mittelfeld. Daimler gehört somit zu den 30 wertvollsten Unternehmen Europas.

Baden-Württemberg, Stuttgart: Das Logo der Daimler-AG ist an der Konzernzentrale zu sehen, im Vordergrund ist ein Mercedes-Stern auf einer Flagge abgebildet, die voller Regentropfen ist.
Die Daimler AG hat ihren Sitz in Stuttgart. © Marijan Murat/dpa

Wer eine Daimler-Aktie kauft, benötigt gute Nerven. Die Aktie startete 1998 nach der Fusion von Daimler-Benz und Chrysler sehr hoch. 1999 erreichte sie ein Allzeithoch bei 92,55 Euro. Die Euphorie um die Fusion verflog aber schnell. Ein zweites Hoch erlebte das Wertpapier, als der Verkauf von Chrysler erfolgte. Der Höhenflug wurde in der Finanzkrise 2008/09 jäh unterbrochen. Die Aktie fiel auf das Allzeittief 18,15 Euro. Danach erholte sich der Aktienkurs kontinuierlich bis 90 Euro. Die Manipulation von Abgaswerten sorgte für eine geringere Nachfrage unter den Anlegern. Von diesem Vertrauensverlust konnte sich die Aktie bisher nicht vollständig erholen. Für das Jahr 2019 schlug der Vorstand der Hauptversammlung eine Dividende von 90 Cent je Aktie vor. 2018 waren es noch 3,25 €.

Lars Hoffmann

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