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Mercedes-AMG: Preise, Konfigurator, Modelle - auch Power-SUV sind zu haben

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Von: Jan Schmidt

Die ehemaligen Mercedes-Mitarbeiter Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gründeten 1967 das „Ingenieurbüro, Konstruktion und Versuch zur Entwicklung von Rennmotoren“ in Burgstall. Die Buchstaben AMG stehen für Aufrecht, Melcher und Großaspach – dem Geburtsort Aufrechts.

Affalterbach – Aus dem Zwei-Mann-Betrieb sind die sportlichen Speerspitzen in der Mercedes-Modellpalette geworden. Doch eins nach dem anderen: Ihren Anfang nimmt die Geschichte in den 1960er Jahren: Die beiden Ingenieure Hans Werner Aufrecht (81 Jahre) und Erhard Melcher (80 Jahre) arbeiten in der Entwicklungsabteilung von Daimler-Benz an dem 300 SE Rennmotor — bis der Konzern alle Motorsport-Aktivitäten einstellt. Doch die Herzen von Aufrecht und Melcher schlagen unvermindert für den Rennsport. In Aufrechts Haus in Großaspach feilen sie in ihrer Freizeit weiter an der Performance des Motors. 

1965 startet Manfred Schiek, ein Daimler-Kollege, mit dem von Aufrecht und Melcher präparierten 300 SE bei der Deutschen Tourenwagenmeisterschaft – und gewinnt zehn Mal. Schieks Triumph begründet den Ruf von Aufrecht und Melcher als Experten für die Betreuung und Leistungsoptimierung von Mercedes-Benz Fahrzeugen.

Reputation ist Aufrecht jedoch nicht genug: Sein Plan sieht vor, Straßenfahrzeuge nach dem Vorbild der erfolgreichen Rennwagen anzubieten. Ende 1966 kündigt er und überredet Melcher, gemeinsam die Selbstständigkeit zu wagen. 1967 gründen sie das „Aufrecht Melcher Großaspach Ingenieurbüro, Konstruktion und Versuch zur Entwicklung von Rennmotoren“. Firmensitz ist eine ehemalige Mühle im Nachbarort Burgstall. Schon bald sind die dort überarbeiteten Motoren ein Muss für private Rennteams.

Die „rote Sau“ holt den Klassensieg in Spa Francorchamps

Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG (W 109), 1971. Authentische Rekonstruktion aus dem Jahr 2006.

Mercedes-Benz 300 SEL 6.8 AMG (W 109), 1971. Authentische Rekonstruktion aus dem Jahr 2006. © Daimler

Als erster sportlicher Meilenstein geht 1971 das 24-Stunden Rennen von Spa Francorchamps in die Annalen ein: Klassensieg und zweiter Platz der Gesamtwertung für den AMG Mercedes 300 SEL 6.8. Die schwere Luxuslimousine mit dem Spitznamen „rote Sau“ düpiert die leichtere Rennwagen-Konkurrenz – die Sensation war perfekt und der Name AMG geht um die Welt.

Es folgen Jahre des Wachstums, in denen AMG immer mehr Mercedes Modelle mit Performance-Technik ausstattet. Anfang der 1970er Jahre wird eine neue Disziplin erschlossen: die Individualisierung. „Geht nicht“ wird für das Mercedes-AMG Team zum Fremdwort und bleibt es bis heute. Das attraktive Geschäftsfeld lässt AMG zu einem Mittelständler wachsen, der zunehmend ausländische Kunden bedient. 1976 zieht Mercedes-AMG mit etwa einem Dutzend Mitarbeitern nach Affalterbach in eine eigens errichtete Werkstatt mit Büroräumen.

AMG 300 CE 6.0 „The Hammer“ (1988) der Baureihe C 124.

AMG 300 CE 6.0 „The Hammer“ (1988) der Baureihe C 124. © Daimler

Mit einer Innovation wird AMG 1984 zum Motorenhersteller: Melcher entwickelt einen völlig eigenständigen Zylinderkopf mit Vierventiltechnik. 1986 implantiert AMG den 5,0-Liter-V8 in ein E-Klasse-Coupé der Baureihe W124, das unter dem Kosenamen „The Hammer“ Weltruhm erlangt – bis heute in den USA ein Ursymbol des Mythos AMG. Ende der 1980er Jahre nähern sich AMG und Daimler-Benz an – zunächst als offizieller Motorsport-Partner: Highlight dieser Zeit ist die Erfolgsgeschichte des 190ers. Der von AMG mit Werksunterstützung eingesetzte Rennwagen fährt von 1988 bis 1993 insgesamt 50 DTM-Siege ein.

AMG 1990: Kooperationsvertrag mit Daimler

Ein echter Meilenstein in der AMG-Historie ist das Jahr 1990, als der Kooperationsvertrag mit der Daimler-Benz AG geschlossen wird. AMG-Produkte können nun über das weltweite Netz der Niederlassungen und Vertriebspartner von Mercedes-Benz vertrieben und gewartet werden, was der Nachfrage und Kundenakzeptanz einen enormen Schub verleiht. Die weitere Expansion führt 1990 zur Eröffnung von Werk III, die Belegschaft wächst auf 400 Mitarbeiter. Auf Basis des Kooperationsvertrages stellt das Unternehmen 1993 das erste gemeinsam entwickelte Fahrzeug vor, den Mercedes-Benz C 36 AMG. Im gleichen Jahr erkennt das Patentamt AMG wegen des hohen Bekanntheitsgrades als Markenzeichen an.

Mercedes C-Klasse Sportcoupé C 30 CDI AMG.

Mercedes C-Klasse Sportcoupé C 30 CDI AMG. © Daimler

Der erste und bislang einzige Dieselmotor von AMG war der 30 CDI. Er basiert auf dem Reihenfünfzylinder, der in der Serienversion 2,7 Liter Hubraum aufwies. Der Hubraum des AMG-Pendants wurde durch Verwendung einer anderen Kurbelwelle auf 3,0 Liter erhöht, außerdem wurden Common-Rail-Einspritzung, Turbolader und Ladeluftkühlung optimiert. Der Motor wurde von 2003 bis 2004 in allen Varianten der C-Klasse (Limousine, T-Modell und Sportcoupé) angeboten und leistete 170 kW (231 PS).

2005: Mercedes-AMG wird zum Tochterunternehmen

Nach weiteren Jahren des stetigen Wachstums übergibt Hans Werner Aufrecht zum 1. Januar 1999 die Mehrheit der AMG Anteile an die DaimlerChrysler AG. Am 1. Januar 2005 übernimmt DaimlerChrysler 100 Prozent der Anteile. Die neu gegründete Mercedes-AMG GmbH kann die Ressourcen des Konzerns und seine weltweite Stärke noch besser nutzen. Die Motorsport-Abteilung wird 1999 in die H.W.A. GmbH (heute: H.W.A. AG) von Firmengründer Hans Werner Aufrecht ausgelagert. In unmittelbarer Nähe zur Mercedes-AMG GmbH betreiben dort rund 200 Mitarbeiter zusammen mit Mercedes-Benz Motorsport das langfristige Engagement in der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM).

Der 2009 präsentierte Mercedes-Benz SLS AMG ist das erste vollständig von der Sportwagen- und Performance-Marke entwickelte Fahrzeug. Der Sound und die kompromisslose Fahrdynamik sowie die legendären Flügeltüren begeistern weltweit. 

Mercedes-AMG: Mehr als 50 Modelle mit 306 bis 639 PS

Die Mercedes-AMG-Modellpalette ist jetzt nicht nur größer und vielfältiger als je zuvor, sondern ist auch auf die unterschiedlichsten Wünsche und Anforderungen der Kunden zugeschnitten. Das Angebot umfasst mehr als 50 Mercedes-AMG Performance Fahrzeuge mit einem Leistungsspektrum von 225 kW (306 PS) bis 470 kW (639 PS). 

Den Anfang machen die 35er Modelle A 35, CLA 35 und GLB 35 mit Vierzylinder-Motor. Darauf folgen die 43er Modelle C 43, GLC 43 und SLC 43 mit 390 PS starken V6-Maschinen. Der Hybrid GT 43 kombiniert einen Reihen-Sechszylinder (367 PS) mit einem Elektromotor (22 PS). Die 45er Modelle A 45 und CLA 45 leisten normalerweise 387 PS und kommen in den „S“-Varianten auf 421 PS – damit bietet Mercedes-AMG die leistungsstärksten Vierzylinder-Motoren der Welt an. 

Weiter geht es mit den 53er Modellen E 53, CLS 53 und GT 53. Deren Hybrid-Antrieb aus Reihen-Sechszylinder und Elektromotor 457 PS leistet. Die Krönung stellen die 63er Modelle dar. So leistet der C 63 476 PS und der C 63 S kommt auf 510 PS. Im E 63 leistet der prinzipiell gleiche V8-Motor 571 PS bis 612 PS in der „S“-Version. Die S-Klasse kommt als S 63 auf 585 PS und als S 63 S ebenfalls auf 612 PS. Die AMG-Version des G-Modells leistet auch 585 PS. Im SUV GLC 63 liefert der V8-Motor 476 PS in der normalen und 510 PS in der „S“-Version. 585 PS leistet der 4,0-Liter-Motor im GT 63 und die Speerspitze stellt der GT 63 S mit 639 PS dar. Der SL 63 ist das letzte Modell, das noch auf den 585 PS starken 5,5-Liter-V8 vertraut. Leider bewegen sich die AMG-Modelle auch preislich am oberen Ende der Skala. Wer den Konfigurator auf der Daimler-Seite nutzt, kann sich seinen individuellen Mercedes-AMG zusammenstellen.

Mercedes-AMG: Die Motor-Bezeichnungen und Zylinderanordnungen

M 2602,0 Liter/Reihen-Vierzylinder
M 2763,0 Liter/V-Sechszylinder
M 2563,0 Liter/Reihen-Sechszylinder + Elektromotor
M 1392,0 Liter/Reihen-Vierzylinder
M 1774,0 Liter/V-Achtzylinder
M 1575,5 Liter/V-Achtzylinder

Die Auswahl reicht von der Kompaktklasse, Limousinen, Kombis, Coupés und SUVs über Cabriolets und Roadster bis hin zum Mercedes-AMG GT, dem zweiten von Mercedes-AMG komplett eigenständig entwickelten Sportwagen. Jeder AMG ist ein 360-Grad-Performance-Automobil und fasziniert durch einzigartige Kraftentfaltung, betörenden Motorsound, exzellentes Handling und direktes Fahrgefühl. Die sprichwörtliche Exklusivität ist ebenso eine Selbstverständlichkeit wie höchste Qualität und handwerkliche Präzision. Kurzum: Alle Mercedes-AMG Modelle verkörpern die für AMG typische Ingenieurs- und Handwerkskunst.

Mercedes-AMG: Im Rennsport zuhause

Mercedes-Benz CL 55 AMG der Baureihe C 215, Einsatz als offizielles Safety Car in der Formel-1-Saison 2000.

Mercedes-Benz CL 55 AMG der Baureihe C 215, Einsatz als offizielles Safety Car in der Formel-1-Saison 2000. © Daimler

Die im Rennsport geborene Performance-Marke Mercedes-AMG ist seit Jahrzehnten auf der Rennstrecke zuhause – vom erfolgreichen Engagement in der populären DTM, dem zweifachen Weltmeistertitel in der FIA GT bis zum Engagement im Kunden-Motorsport auf Höchstniveau mit dem SLS AMG GT3, dem Mercedes-AMG GT3 und zukünftig Mercedes-AMG GT4. Mercedes-AMG ist die erfolgreichste Marke in der Geschichte der DTM.

Mit dem Mercedes-AMG Petronas Motorsport Team und dem Motorenhersteller Mercedes-AMG High Performance Powertrains ist die Marke AMG seit der Saison 2012 auch in der Formel 1 vertreten. Darüber hinaus stellt AMG seit 1996 fortlaufend sowohl das Formel 1 Safety Car als auch das Formel 1 Medical Car.

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