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Alfa Romeo: Name, Logo, Modelle – italienischer Autobauer gehört zu Stellantis

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Von: Arne Roller

Namen und Logo von Alfa Romeo kennt so gut wie jeder. Doch kaum einer weiß, wofür sie stehen. Die Italiener lieben ihre Alfas. Und sie haben dafür gute Gründe.

Update vom 16.01.2021, 12:30 Uhr: Seit der Fusion der Peugeot Société Anonyme (PSA) mit Fiat Chrysler Automobiles (FCA) gehören auch die Marken der ehemaligen FCA Group – darunter etwa Fiat, Chrysler, Jeep und Alfa Romeo – zum neu entstandenen Auto-Riesen Stellantis mit Sitz in Amsterdam (Niederlande), dem damit nach Volkswagen zweitgrößten Autokonzern in Europa. Die frühere Dachfirma FCA existiert nicht mehr.

Erstmeldung vom 25.05.2020, 14:25 Uhr: Turin – Die Marke Alfa Romeo schaut auf eine über hundertjährige, stolze Geschichte zurück. Mit Alfa Romeo verbinden Kenner Rennsporterfolge, Design, Emotionen und Leidenschaft, aber zu manchen Zeiten auch Qualitätsprobleme und Spaltmaße, die den Deutschen die Haare zu Berge stehen lassen. Letzteres ist heute zum Glück nicht mehr der Fall. Und nicht ausschließlich zur Freude der Fans, der sogenannten „Alfisti“, konzentriert sich Alfa Romeo zuletzt wieder verstärkt auf die sportliche Seite seiner Geschichte, indem man kraftvolle Modelle auf den Markt bringt, die mit dem legendären Kleeblatt, dem „Quadrifoglio“, geschmückt sind. Ein Zeichen, das in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts im Rennsport legendären Ruf erlangte.

Die frühen Rennerfolge der Marke halfen natürlich dabei, das sportliche Image zu kreieren. Gleich zu Beginn seiner Existenz stieg Alfa Romeo in den Motorsport ein und konnte bei legendären Rennen wie der Mille Miglia und in LeMans triumphieren. Außerdem gewann Alfa Romeo sowohl die erste Grand-Prix-Meisterschaf als auch die ersten beiden Jahre der Formel-1 1951/52. Diese Erfolge bildeten das Markenimage und gaben den Fahrzeugen aus Mailand von Beginn an das gewisse Etwas.

Alfa Romeo: Die Anfänge – ein Franzose in Mailand

Die Geschichte von Alfa Romeo beginnt 1906, als der Franzose Alexandre Darracq im Mailänder Stadtteil Portello eine Fabrik eröffnet, um dort Autos für den italienischen Markt zu produzieren. Sein Plan aber, den Italienern schwachbrüstige 1- und 2-Zylinder-Wagen zu verkaufen, schlägt fehl und schon drei Jahre nach Produktionsstart gerät Alexandre Darracq in finanzielle Schwierigkeiten. Fabrikchef Ugo Stella übernimmt mithilfe der Mailänder Landwirtschaftsbank und ein paar einflussreichen Freunde die Firma, die sich bereits im Prozess der Liquidation befindet. Und er gibt dem Unternehmen einen neuen Namen: Società Anonima Lombarda Fabbrica Automobili – was so viel bedeutet wie „Aktiengesellschaft Lombardische Automobilfabrik“ – kurz A.L.F.A. Am 24. Juli 1910 wird die Firma ins Handelsregister eingetragen und kurz darauf verlässt der erste Alfa, ein von Giuseppe Merosi konstruiertes Vierzylinder-Modell mit dem Namen „24 HP“, die Werkshallen bei Mailand. Und A.L.F.A. vollzieht umgehend den Eintritt in den Motorsport: Schon ein Jahr später nimmt ein 24-HP-Rennwagen an dem italienischen Automobilrennen Targa Florio teil.

Alfa Romeo: Übernahme durch den Rüstungsunternehmer Nicola Romeo

Alfa ist aber finanziell nicht über den Berg. Erneute Probleme treten noch vor dem Ersten Weltkrieg auf. Alexandre Darracq trennt sich von seinem verbliebenen Aktienpaket und die neuen Eigner verpassen es, sich die Wertpapiere zu sichern. Der junge Automobilhersteller steht erneut vor dem Konkurs. Die Banca Italiana di Sconto kauft die Anteile und verkündet den Bankrott der Firma. Doch die vorhandenen Werkzeuge eignen sich bestens für die Herstellung von Rüstungsgütern und so überträgt man 1915, mitten im Krieg, der Rüstungsfirma „Accomandita Ing. Nicola Romeo & Co.“ die Verantwortung über A.L.F.A. Und der Unternehmer Nicola Romeo fügte dem Markennamen seinen eigenen Nachnamen hinzu. Aus A.L.F.A wird Alfa Romeo.

Alfa Romeo: Frühe Erfolge im Rennsport

Durch die Herstellung von Munition, Flugmotoren etc. wächst das Unternehmen in der Kriegszeit enorm an, von rund 200 auf über 4.000 Mitarbeiter. Und im Motorsport feiert Alfa Romeo in der Nachkriegszeit die ersten legendären Erfolge. Der Konstrukteur Vittorio Jano wechselte 1923 – übrigens durch Vermittlung von keinem geringerem als dem damaligen Alfa-Rennfahrer Enzo Ferrari (Wikipedia Link oder eigenen Sub schreiben) – von Fiat zu Alfa Romeo. Er entwickelt den P2, der 1925 die erste Grand-Prix-Weltmeisterschaft gewinnt. Seine Konstruktionen und ihre Siege prägen nachhaltig das Image von Alfa Romeo als sportlicher Marke. Gemeinsam mit seinem Mitarbeiter Ciacchino Colombo entwirft er den Alfa Romeo Alfetta (158/159), der den Sieg bei ersten beiden Formel-1-Weltmeisterschaften 1950 und 1951 erlangen kann. In der Saison von 1950 zeigt der 158 dabei absolute Dominanz und gewinnt jeden Meisterschaftslauf.

Eine Auswahl der Rennerfolge von Alfa Romeo

·        Sieg bei der ersten Grand-Prix-Weltmeisterschaft im Jahr 1925.

·        Sechs erste Plätze in Folge bei der Targo Florio von 1930 bis 1935.

·        In neun von zehn Jahren zwischen 1928 und 1938 gewinnt ein Alfa Romeo die Mille Miglia.

·        Zwischen 1931 und 1934 siegt der Alfa 8C 2300 viermal bei den 24-Stunden von LeMans.

·        Formel-1-Weltmeisterschaft 1950 und 1951.

·        Die GTA-Variante der Giulia ist in den 60er und 70er Jahren als Tourenwagen äußerst erfolgreich und gewinnt unter anderem die Europameisterschaft in den Jahren 1967, 1969, 1970, 1971, 1972, 1978 und 1979.

·        In den 90er-Jahren ist der Alfa Romeo 155 in verschiedensten Tourenwagen-Serien vertreten und sichert sich dabei zahlreiche Titel, darunter Meisterschaften in der DTM, der British Touring Car Championship (BTCC) und der International Touring Car Championship.

Alfa Romeo nach dem Zweiten Weltkrieg: Autos für die Masse – Giulietta und Giulia

Zwei Modelle mit klangvollen Namen machten Alfa Romeo in den 50er-Jahren zur massentauglichen Marke: Die Giulietta kommt 1954 auf den Markt, 1962 folgt die Giulia.

Alfa Romeo Giulietta Sprint 1961 stehen vor Berglandschaft
Alfa Romeo Giulietta Sprint. Formschönes, bei der Kundschaft und im Motorsport erfolgreiches Coupé. © Hersteller

Das wohl bekannteste Modell von Alfa Romeo ist die Mittelklasse-Limousine Giulia.

Alfa Romeo Giulia
Alfa Romeo Giulia mit Quadrifoglio-Emblem an der Flanke © Hersteller

Die Rennerfolge und sportlich ausgelegte Fahrzeuge wie der Alfa Romeo 1900 und die Giulia prägen in der Nachkriegszeit das Image von Alfa Romeo als Hersteller von hochwertigen Sportfahrzeugen für die Mittelschicht. Auf Wunsch des staatlichen Eigners baute Alfa Romeo zwischenzeitlich auch Busse und LKW. 1986 veräußert der italienische Staat das Unternehmen im Rahmen einer großen Privatisierungswelle an den Autokonzern Fiat.

Seit 2007 ist Alfa Romeo wieder eine Aktiengesellschaft, gehörte aber noch immer zum Mutterkonzern, der seit der Fusionierung von Fiat und Chrysler im Jahr 2014 nun Fiat Chrysler Automobiles, kurz FCA, heißt.

Alfa Romeo: Was bedeutet das weltbekannte Logo mit der Drachenschlange?

Alfa Romeo hat sicherlich eines der interessanteren Signets der Autoindustrie. Hier gibt es etwas mehr zu sehen als Sterne, Ringe oder einen einfachen Schriftzug.

Alfa Romeo Logo 1925 - 1945
Das Alfa Romeo Logo von 1925 bis 1945, damals noch mit Lorbeerkranz nach dem Gewinn der Grand-Prix-Weltmeisterschaft 1925 © Hersteller

Anfangs findet sich noch der Schriftzug „Milano“ im Emblem als Hinweis auf die Geburtsstätte der Marke und den Produktionsort der Fahrzeuge. Dieser Zusatz verschwindet später, ebenso der Bindestrich zwischen Alfa und Romeo. Das rote Kreuz auf weißen Grund ist dem Stadtwappen von Mailand entnommen, aber der wohl interessanteste Bestandteil des Logos ist die Schlange mit dem Drachenkopf, die einen Menschen – oder je nach Überlieferung ein Kind – frisst. Oder gebärt sie die Figur? Das ist nicht eindeutig und wird je nach Interpretationsweise anders gesehen. Das Tier, auch genannt Biscione, ist ursprünglich das Wappentier der italienischen Adelsfamilie Visconti, die das Herzogtum Mailand im 14. und 15. Jahrhundert regierte. Es wurde zum Symbol Mailands und der ganzen Lombardei.

Biscione auf dem Wappen der Visconti, Piazza del Duomo, Mailand
Der Biscione auf dem Wappen der Familie Visconti auf Piazza del Duomo in Mailand © Giovanni Dall‘Orto/WIkipedia Commons

Neben dem bekannten Signet sind die Alfa Romeo auch für ihre unverwechselbaren Kühlergrills, dem sogenannten „Scudetto“ („Schildchen“, von scudo „Schild“) bekannt. Diese Form eines spitz nach unten zulaufenden Kühlergrills entstanden in den 1930er-Jahren. Wegen der großen Scudettos ist es bei Alfa Romeo – bis auf einige Ausnahmen – Tradition, das Nummernschild vorne links am Fahrzeug anzubringen.

Alfa Romeo Giulia MY2020 auf Rennstrecke
Großes Scudetto mit dem Nummernschild an der linken Front bei der aktuellen Giulia. © Hersteller

Alfa Romeo: Die Geschichte des Kleeblattes

Ein weiteres berühmtes Emblem ziert einige Alfa Romeo-Modelle: Es ist das Quadrifoglio, das seit frühester Zeit die Rennwagen und besonders sportlichen Modellen der Marke ziert. Die Geschichte des Alfa-Kleeblatts beginnt 1923. Der Werksfahrer Ugo Sivocci gewinnt in diesem Jahr das italienische Langstreckenrennen Targa Florio mit einem Alfa Romeo RL, den er mit einem grünen, vierblättrigen Kleeblatt auf einer weißen Raute verziert hat. Monate später kommt Ugo Sivocci bei einem Unfall ums Leben – auf einer Testfahrt in einem Wagen ohne sein Glück bringendes Quadrifoglio. Seit diesem Tag nutzt man bei Alfa Romeo das Symbol als Talisman für unfallfreie und erfolgreiche Rennen.

Alfa Romeo heute: Konzentration auf das Wesentliche

Unter der Führung von Sergio Marchionne, von 2004 bis zu seinem Tod 2018 CEO des Fiat-Konzerns, verkleinert man das Modell-Portfolio ab Mitte 2010 erheblich, konzentriert sich auf sportliche Modelle und richtete die Marke wieder global aus. Mit dem in limitierter Stückzahl gebauten Sportwagen 8C Competizione und dem 4C kehrte Alfa Romeo auf den amerikanischen Markt zurück, von dem sich die Italiener 1995 zurückgezogen hatten. Aktuell führt Alfa Romeo drei Modelle im Programm: die kompakte Giulietta (ab 19.500 Euro), die Mittelklasse-Limousine Giulia (ab 37.00 Euro) und das erste Alfa Romeo-SUV, den Stelvio (ab 41.000 Euro).

Online können sie im Konfigurator unter alfaromeo.de Ihren Alfa Romeo zusammenstellen.

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